Dritter Eindruck vom Landesauswahlturnier 2016 – Topspiele aus Halle B

Der zweite Tag beim Landesauswahlturnier ist grundsätzlich der Tag der Entscheidung. Die Teams, die ihre Aufgaben am Freitag bewältigt haben, dürfen sich nun mit anderen möglichen Kandidaten auf den Titel messen. Wir haben uns für zwei Partien in der Halle B entschieden: Mittelrhein gegen Saarland und Niedersachsen gegen Westfalen.

Halle B: Mittelrhein 6 – 2 Saarland

Die Auswahlteams aus Mittelrhein und Saarland gingen wohl mit gemischten Gefühlen in ihre dritte Partie. Nach ihren jeweiligen Auftaktsiegen gegen Südwest und Sachsen-Anhalt mussten beide Teams einen Dämpfer ihrem zweiten Spiel hinnehmen.

Die Partie begann mit viel Tempo. Beide Teams versuchten mit einem relativ hohen und kräftezehrenden individuellen Pressing die gegnerische Mannschaft sofort unter Druck zu setzen. Während das Saarland Probleme beim Antipressing zeigte, konnte sich die Auswahl vom Mittelrhein gut vom Druck lösen. Dabei nutzen sie beim Torwartabwurf zwei tiefe Anspielstationen für den Torwart und zwei kreuzende Ala´s in der gegnerischen Hälfte, die den langen Abwurf des Torwarts über die Mitte verarbeiten sollten. Obwohl der Mittelrhein in den ersten Minuten mehr vom Spiel hatte, setzte sich das Saarland in Führung. Die Saarländer versuchten häufig ihren starken Pivot (Nr.10) in zentraler Position vor dem Tor anzuspielen. In der dritten Minute verarbeitete dieser auf dem Flügel dann eine lange Paralela, um das 1:0 aus der Drehung zu erzielen.

Mittelrhein versuchte trotz des frühen Rückstands die Partie weiter mit ihren Rotationen im 3-1 mit abkippendem Pivot zu bestimmen. Zu diesem frühem Zeitpunkt zeigte das Saarland eine sehr gute Defensivstaffelung, die jeweils eine Überzahl auf der ballführenden Seite erzielte. Die erste Unaufmerksamkeit der Saarländer bei einem Einkick wurde dann postwendend von Daniel Fredel bestraft, der einen Einkick von Hirosawa zum 1:1 in der siebten Minute vollendete. Kurz nach dem Ausgleich erhöhte Wolfgarten eine ansehnliche Kombination über drei Stationen zum 2:1. Zwar konnte das Saarland noch per abgelegten Freistoß kurzfristig ausgleichen, doch ab der zehnten Minute spielte sich die Auswahl aus dem Mittelrhein in einen Rausch. Die Spieler vom Mittelrhein wechselten mit viel Laufarbeit ihre Positionen, so dass das Saarland keinen Zugriff erhielt. Dabei konnten wiederholt gezielte Blocks über den abkippenden Pivot gesetzt werden, so dass aus dem 3-1 ein flexibles 4-0 wurde. Die Saarländer begingen dabei den Fehler, ihre defensive Staffelung kurzfristig aufzugeben und mit einer einzigen Abwehrlinie gegen das 4-0 zu agieren. Die Folge waren gefährliche 1gg1 Situationen auf dem Ala, die vom Mittelrhein in Person von Sokolowski und Rausch zum zwischenzeitlichen 4:2 in der 15. Spielminute genutzt wurden. Das letzte Aufbäumen der Saarländer mit dem Fyling Goalkeeper bestrafte die Auswahl um Trainer Daniel Gerlach mit zwei weiteren Toren: 6:2 Endstand.

Halle B: Niedersachsen 2-3 Westfalen

In der letzten Partie in der Halle B durfte sich die Auswahl aus Niedersachsen mit dem Vorjahresfinalisten aus Westfalen messen. Keine dreizehn Sekunden nach Anpfiff konnte sich die niedersächsische Auswahl nach einem Fernschuss vom jungen Amado Möhle über die frühe Führung freuen. Westfalen schien sich von diesem frühen Rückstand jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Die Niedersachsen erwarteten die ersten Angriffe der Westfalen kurz hinter der Mittellinie, um mit ihren schneller Spielern Bilmez und Cid-Valdes direkte Konter zu fahren. Obwohl der Ball auf beiden Seiten schnell gespielt wurde, neutralisierten sich beide Teams in den ersten fünf Minuten nahezu vollständig. Dabei agierten die Westfalen etwas aggressiver im Pressing, teilweise auf ¾ Feld. Hier konnte Bartosz Mazurkieciwz als Pressingspieler vermehrt Bälle für die Westfalen ergattern, in dem die Westfalen die Ala´s im Aufbauspiel der Niedersachsen vom aufbauenden Fixo isolierten.

Nach dem brisanten Auftakt stellten die Westfalen ähnlich wie in der Auftaktpartie gegen Hamburg schnell auf den Flying Goalkeeper um. Erneut agierten dabei vorrangig Klems und Mota auf den Flügel als Aufbauspieler und Taktgeber. Die Niedersachsen versuchten ihre Führung in einem flexiblen 2-2/1-2-1 System zu verteidigen, in dem sie den mittleren Spieler der Westfalen im Aufbauspiel weniger attackierten und im Falle einer Balleroberung Eugen Klein mit der Aufgabe des Ballhaltens in der Position des Pivots beauftragten.

Bis zur siebten Minute schien der Plan aufzugehen. Dann nutzten die Westfalen vermehrt die Lücken in der niedersächsischen Defensive, um zunehmend Torabschlüsse zu suchen. Den Ausgleich erzielte fast schon zwangsläufig Nebgen, der einen Querpass von Jurado Garcia nutzte, ehe Mota einen freien Ball aus ca. 9 Meter vor dem Tor mit der Pike zur 2:1 Führung in der achten Minute verwandelte.

Trotz der Führung setzte die Auswahl aus Westfalen weiter auf den Flying Goalkeeper, um mit dem Ballbesitz den engen Vorsprung zu verteidigen. So entwickelte sich eine etwas statische Partie, da Westfalen die Führung verteidigte und auf der anderen Seite Niedersachsen taktisch nicht auf die spezielle Situation reagieren konnte und wollte. Aus taktischer Perspektive konnte Niedersachsen nur versuchen, den gegenüberliegenden Pivot durch ein kurzfristiges Pressing des Aufbauspielers auf dem Ala zu isolieren oder den eigenen Torhüter als Ausgleichspieler für die Unterzahl als eine Art Libero einzusetzen. Beide Varianten sind mit einem hohen Risiko verbunden. So suchten die Niedersachsen den eher geduldigeren Weg und setzen bei eigenem Ballbesitz ebenfalls als Gegenmaßnahme den Flying Goalkeeper ein. In der 17. Minute erhöhte Jurado Garcia noch auf 3:1, ehe Cid-Valdes noch auf 3:2 verkürzte. Ein etwas unglücklicher Platzverweis auf Grund einer gelb-roten Karte für Niedersachsen verwehrte ihnen die Chance auf den Ausgleich. Ein taktisches Topspiel mit viel Variantenreichtum, im dem sich die Sicherheit gegen das Tempo durchsetzen konnte.

Außerdem interessant: Sachsen 2-1 Berlin

img_3090Im letzten Spiel der Halle A setzte sich Sachsen gegen Berlin mit 2:1 durch. Die Sachsen sind damit mit ihrem letztjährigen Traumduo Nemec und Benek auf einem sehr guten Weg in das Finale. Positiv aufgefallen sind dabei Fiedler, der durch sehr schnelle Dribblings den Sachsen den nötigen Variantenreichtum verschafft, und Wittig, der eines der Traumtore des Turniers gegen Berlin schießen konnte. Bei Berlin konnten die magischen Vier um Durim Elezi erst zum Schluß den nötigen Druck auf den Schlußmann der Sachsen ausüben.

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