Spielbericht vom DFB Futsal Cup 2015: Holzpfosten Schwerte – TuS Kirchberg

Das Rennen um die deutsche Futsal-Meisterschaft hat begonnen. Im Viertelfinale des DFB-Futsal Cups trafen heute in Schwerte die Holzpfosten auf TuS Kirchberg. Es versprach eine interessante Partie mit unterschiedlichen Ausrichtungen zu sein. Auf der einen Seite die letztjährigen Finalisten aus Schwerte gegen die im Futsal noch wenig erprobten Kirchberger aus dem Rheinland.

Interviews vor dem Spiel:

Die Spannung vor dem Anstoß war förmlich greifbar, die Kulisse atemberaubend. Nils Klems, Kapitän der Holzpfosten, zeigte sich vor der Partie überzeugt, ein gutes Ergebnis erzielen zu können: „Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Spiel machen werden.“ Und wie steht´s mit dem Druck, als Favorit ins Rennen zu gehen? „Mit dem Druck, der Favorit zu sein, können wir umgehen. Doch in einem Pokalspiel kann alles passieren. Man darf sich niemals sicher sein.“

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Vor der Partie am Mittelkreise. Kapitäne unter sich

Auf der gegnerischen Seite äußerte sich der Trainer der Kirchberger, Christian Schneider, vorsichtig: „Wir sind keine Futsaler, doch wir haben uns in der letzten Woche intensiv auf die Partie vorbereitet. Futsal ist eine neue Erfahrung und eine neue Belastung aus körperlicher Sicht. Wir werden uns vor allem auf das Umschaltspiel konzentrieren und eher reagieren als agieren. Schwerte ist die taktisch eindeutig bessere Mannschaft, aber bei einem Spiel Ko-Spiel kann alles passieren“

Klaus Jahn, DFB Beauftragter für Futsal und Zuschauer, legte sich vor der Partie fest: „Holzpfosten wird wohl das Rennen machen. Trotzdem wird es interessant zu sehen sein, wie Kirchberg agiert. Gute Fußballer können schnell zu guten Futsalern werden. Ein Gefährliches Spiel für Schwerte.“

Spiel: 1.Halbzeit

Für die Holpfosten spielten zu Beginn Baumdick, Nebgen, Klems und Kleine sowie Otto im Tor. Bei Kirchberg begannen Kunz, Singer, Wagner und Sagel mit Peter Kunz zwischen den Pfosten.

Die Partie begann wie erwartet. Die Holzpfosten erwarteten die Gäste zu Beginn der Partie in der eigenen Hälfte auf Halbfeld. Auf der anderen Seite verteidigten die Gäste tief vor dem eigenem Tor. Die Holzpfosten übernahmen sofort die Initiative und versuchten die extrem tiefe Staffelung der Kirchberger zu knacken. In einem breiten 3-1 System mit teilweise fixen oder seitlichen Pivot versuchten sie erste Löcher in den gegnerischen Abwehrverbund zu reißen. Obwohl die Gäste schon früh Probleme in der Tiefenstaffelung hatten, konnten sie diese durch einen hohen Aufwand und viel individuellen Einsatz überwiegen ausgleichen.

Doch schon in der zweiten Minuten konnte Matthias Bongartz die Führung für die Holzpfosten erzielen, nach dem Klems einen Stellungsfehler von Dominik Kunz sofort ausnutzte.

Mit der frühen Führung im Rücken versuchten die Holzpfosten sofort den nächsten Treffer nachzulegen. So dominierte Schwerte das Spiel, doch schon früh zeigte sich, dass die Kirchberger extrem gefährlich bei Konter agierten. Die Holzpfosten hatten vermehrt Probleme, die Sicherungen im Aufbauspiel richtig umzusetzen, so dass Kirchberg immer wieder Konter setzen konnte. So verwunderte es nicht, dass Kunz den Ausgleich in der fünften Spielminute nach einem Konter auf Vorlage von Alexander Singer erzielte: 1:1.

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Holzposten im Angriff. Kirchberg verteidigt tief

Nach dem Ausgleich stellte Schwerte in der Defensive situativ um. Die Gastherren versuchten nun die Gäste etwas höher zu attackieren, was auch phasenweise sehr gut funktionierte, da Kirchberg auf den Druck nicht vorbereitet war. Umgekehrt agierten die Holzpfosten in der Offensive oft unglücklich, da sie den Pivot kaum ins Spiel einbinden konnten. Trotzdem konnte Philip Oldenburg auf der Pivotposition bei den Holzpfosten überzeugen und etwas tiefe im Angriffsspiel schaffen. So fehlte es teilweise an Durchschlagskraft, die sofort ins Spiel der Holzpfosten kam, wenn Nils Klems auf dem Feld agierte. Er und Bongartz suchten die wichtigen 1gg1 Situationen, um den massiven Verbund der Kirchberger zu sprengen.

So passt es in Bild, dass Nils Klems mit einer fantastischen Einzelaktion das 2:1 erzielte. Über den Ala zog Klems in die Mitte, um einen verdeckten Schuss in die Maschen zu jagen. Mit der Führung um Rücken agierten die Hausherren dann sicherer. Mit Nebgen, Klems und Bongartz auf dem Feld konnten die Pfosten verdient auf 4:1 erhöhen. Doch der Jubel wehrte nur kurz. 7,3 Sekunden vor der Halbzeit konterten die Kirchberger zum 4:2. Erneut setzte sich Kunz durch, der einige Schwachstellen im defensiven Umschaltspiel der Holzpfosten offenbarte.

Spiel: 2.Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann wie die erste endete. Kirchberg erwartete Holzpfosten trotz Rückstand weiterhin tief in der eigenen Hälfte und setzte auf Konter. Und sie wurde dafür belohnt. Erst konnte Kunz nach einer Ecke der Holzpfosten per Konter auf 4:3 verkürzen, ehe die Kirchberger einen eklatanten Fehlpass von Stephan Kleine im Aufbauspiel nutzten, um in Person von Andre Sprengler zwei Minuten nach Wiederanpfiff zum 4:4 auszugleichen.

Die Zuschauer in der Halle und Spieler der Holzpfosten waren für einen kurzen Moment sichtlich geschockt über diese unterwartete Wendung. Als dann Singer die Führung der KirchbergEr erneut auf Grund eines Fehlers im Aufbau der Holzpfosten erzielte, drohte die Partie vollständig zu kippen. Doch Nils Klems nahm das Heft in die Hand und provozierte mit einem Solo einen 6m, den er selbst in der 25 Spielminute verwandelte.: 5:5.

Die Kirchberger agierten anschließend mutiger und investierten mehr in das Spiel. Allerdings hatten sie Probleme im Aufbau. Anstatt die notwendigen Bewegungen im Spiel von hinten zu initiieren, agierte der jeweilige Fixo eher abkippend wie ein 6er im Fußball. Trotzdem schafften sie es situativ, gefährliche 1gg1 Situationen in den Zwischenräumen der gegnerischen Abwehr zu provozieren.

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Ticket gezogen! Wie weit geht die Reise der Holzpfosten 2015?

Die Entscheidung schien mit dem nächsten Tor fallen zu können und diesmal nahm sich  Ruggio ein Vorbild an Kelms. Ruggio versuchte über den Ala in die Mitte zu ziehen, um so die Staffelung der Kirchberger in Bedrängnis zu bringen. Ein verdeckter Schuss aus 10m wurde prompt belohnt: 6:5 (27 min). Kirchberg agierte anschließend offensiver, doch die Holzpfosten präsentierten eine tiefe und kompakte Abwehr auf ¼, mit Nebgen als Speerspitze.

Drei Minuten vor Schluss entschied Philip Oldenburg mit dem 7:5 die Partie. Kirchberg versuchte über den Fyling Goalkeeper die Partie noch zu drehen, doch die taktische Staffelung beim Fyling Goalkeeper schien nie gut ausgearbeitet, wild und deshalb nicht zielgerichtet. Nebgen bestrafte die letzten verzweifelten Bemühungen mit dem 8:5.

Postmatch Einsicht:

Ein überraschend abwechslungsreiches Spiel, im dem Kirchberg ohne Futsalerfahrung die Holzpfosten aus Schwerte vor große Probleme stellte. Die schnellen Spieler der Kirchberger, allen voran Kunz und Singer, bereiteten den Holzpfosten große Kopfschmerzen, die Probleme beim Umschaltspiel und bei den Sicherungen im Aufbau hatten. Am Ende setzte sich Holzpfosten verdient durch. Die Holzpfosten zeigten über weite Strecken eine gute Leistung, sichere Kombinationen und gutes Teamwork. Wir sind überzeugt, dass die Holzpfosten in der nächsten Partie eine Schippe drauflegen können. Respekt nach Kirchberg, die eine tapfere und aufopferungsvolle Leistung boten.

Postmatch O-Ton:

Nils Klems, Schwerte: „Es war ein hartes Stück Arbeit und ein komisches Spiel. Das 4:1 war eine trügerische Führung für uns. Kirchberg war eiskalt bei den Kontern, jeder Fehlpass sofort bestraft. Wir waren spielerrisch gut, aber die Konter haben uns wehgetan. Wir hätten das Spiel auch hoch gewinnen können, doch wir kamen einfach nicht richtig in die Zweikämpfe. Vielleicht waren wir im Unterbewusstsein nach dem 4:1 schon im Halbfinale, da müssen wir uns verbessern und wir werden das! Jetzt sind wir halbfinalgeil!

Dominik Kunz, TuS Kirchberg: „Wir sind stolz auf unsere Leistung. Wir hatten nichts zu verlieren und haben immer an uns geglaubt. Nach dem 4:1 noch auf 4:5 zu kommen spricht für das Team. Doch die Holzpfosten waren einfach cleverer. Glückwunsch, doch wir sind zufrieden. Nächstes Jahr greifen wir wieder an.“

Kader:

Schwerte: Daniel Otto (1/TW), Oliver Manz (7), Marc Nebgen (8), Tino Ruggio (9), Stephan Kleine (12), Nils Klems (13/C), Matthias Bongartz (17), Philip Oldenburg (19), David Grandejus (20), Martin Baumdick (24), Christoph Ferenc (30), Patrick Kulinski (31), Florian Kiegel (39)

Kirchberg: Peter Kunz (1/TW), Jonas Heimer (2), Patrick Kaspar (3), Florian Daum (5), Peter Sauer (6), Dominik Kunz (9), Alexander Singer (10), Andre Spengler (11), Andreas Wagner (14), Artem Sagel (15), Fabian Schneider (17)

Schiedsrichter: David Gonzales, Andres Putz, Verena Große Wächter, Christian Liedtke

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Ein Team? Eine Stadt!

Ein großes Danke nach Schwerte für die Presseakredditierung!

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ein Kommentar

  1. Schwerte ist eine wunderschöne ruhige Stadt bin da geboren und ausgewachsen und lebe immer noch da 🙂 vorallem es finden immer sehr gute Veranstaltungen statt, an den ich immer wieder gern teil nehme. Gut gelungene Webseite 🙂

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