Das Finale im Spiel 55: Landesauswahlturnier 2015

Hamburg gegen Westfalen. Ein fantastisches Finale!

Nach zweieinhalb Tagen, 54 Spielen und sagenhaften 268 Tore durften wir uns in der Halle A auf das große Finale freuen. Das 55. Spiel des DFB Futsal-Landesauswahlturnier 2015 führte zum Abschluss die wohl besten und konstantesten Mannschaften des Turniers zusammen: Hamburg und Westfalen. Viel wurde vor dem Spiel spekuliert, wer sich in diesem Duell der Giganten durchsetzen könnte. Die Ausgangssituation war auf Grund der Punktekonstellation eindeutig. Den Hamburgern genügte ein Unentschieden, Westfalen brauchte einen Sieg, um sich den Titel beim zweiten Futsalauswahlturnier zu sichern.

Die Hamburger starteten die Partie mit Dudek (1) im Tor. Auf dem Feld sollten Ulusoy (8), Meyer (7), Yasar (10) und Wilhelm (11) für die nötige Qualität im Spielaufbau und Sicherheit im Defensivverhalten sorgen. Bei Westfalen schickte Trainer Wendelin Kemper Lehmann (7), Mota (5), Klems (13) und Nebgen (8) auf das Spielfeld. Im Tor erhielt diesmal Otto (12) den Vorzug.

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Beide Teams starteten mit hohem Tempo in die Partie. Westfalen versuchte sofort mit viel Druck den Hamburgern das Aufbauspiel schwer zu machen. Die hohe Defensivlinie der Westfalen sorgte zu Beginn der Partie für einige Balleroberungen. Die Hamburger zeigten sich in den ersten Minuten unbeeindruckt von der Intensität der Westfalen. Mit gewohnter Stabilität erwartete sich hinter der Mittellinie die ersten Angriffe der Westfalen, die wiederrum über einen hohen Laufeinsatz zwischen einem flexiblen 3-1 bzw. 4-0 System Löcher in die tiefe Staffelung der Hamburger reißen wollten.

Die ersten beiden Chancen ließen nicht lange auf sich warten. Nach 1:30 min setzten erst die Hamburger einen Ball knapp über den Kasten von Otto. Fast im direkten Gegenzug antwortete Mota aus halblinker Position mit einem Pikeschuß, der allerdings sein Ziel knapp verfehlte. Nach ungefähr drei Minuten setzten die Westfalen wie schon in einigen Spielen zuvor auf einen kompletten Block von Spielern des UFC Münsters, um mit gut strukturierten Rotationen die Hamburger müde zu spielen. Für größere Probleme sorgte bei den Hamburgern der ständige Spielerwechsel in der vordersten Pivotposition. Immer wieder bewegten sich unterschiedliche Spieler in das hanseatische Defensivzentrum, um so die Verteidiger zu Wechselfehler zu zwingen.

Das Offensivspiel der HFV-Auswahl konzentrierte sich überwiegend auf Meyer und Ulusoy. Die fehlenden Diagonal- und Linienläufe ohne Ball bei den Hamburgern glichen die beiden, sowie zum Teil auch Yasar und Suntic (5), durch erfolgreiche 1gg1 Situationen aus. Die Dribbelstärke von Ulusoy sowie die Dynamik von Meyer bereiteten den Westfalen punktuell Schwierigkeiten, obwohl sich wenige klare Torchancen ergaben. Ulusoy suchte einige 1gg1 Situationen in der Mitte und als Ala, die von den Westfalen nur durch konzentrierte Defensivarbeit abgewehrt werden konnten. Da das FLVW-Team die Mitte durch Überladung der ballführenden Seite gekonnt schluss, mussten sich die Hamburger oft mit Fernschüssen aus der zweiten Reihe begnügen (zwei Mal Meyer halbrechts aus 12m).

In der vierten Spielminute konnte Mazurkiewicz (16) beinahe die Führung für Westfalen nach einem einstudierten Einkick erzielen. In der siebten Minute versuchte Nils Klems sein Glück, doch die Versuche der Westfalen scheiterten spätestens am überragenden Torhüter Dudek. Ab der achten Minute lies das Tempo im intensiven und dynamischen Aufbauspiel der Westfalen nach. Die Hamburger konnten nun öfters den Ball in den eigenen Reihen halten. Das Bild änderte sich schlagartig, als die FLVW-Auswahl gleichzeitig mit Mota, Klems, Lehmann und Mazurkiewicz auf dem Platz auflief. Die vier konnten dem Spiel eine etwas höhere Geschwindigkeit geben. Bei den Hamburgern schienen unter dessen zum ersten Mal im Turnier die Kräfte zu schwinden.

In der elften Minute erspielten die sich Westfalen dann wohl ihre beste Torgelegenheit. Alex Kenkel (11) eroberte sich den Ball kurz hinter der Mittellinie, spielte Rüschenpöhler (14) an, der den Ball mit dem Rücken zum Tor mit der Sohle kontrollierter und per Pivotpass erneut auf Kenkel ablegte. Sein Schuss konnte Dudek nur mit einem fantastischen Reflex abwehren. Im Anschluss an diese Chance entwickelte sich das Spiel immer mehr zu einem offenen Schlagabtausch. Hamburg nutzte die Räume hoch aufrückender Westfalen für Konter, dagegen suchte Westfalen zwar ohne Hektik, allerdings Zusehens verzweifelt den notwendigen Führungstreffer.

Ab der 15. Spielminute änderte Hamburg sein Spielsystem. Die HFV-Auswahl setzt nun selber mehr auf Ballbesitzt und nutzte dafür die individuelle Klasse ihrer Einzelspieler. Obwohl die Westfalen unbedingt den Ball erobern mussten, konnten sie nicht ins Pressing übergehen, da die Hamburger jederzeit ein 1gg1 für sich entscheiden könnten. Diese Situation führte zu einigen guten Ballstaffeten bei den Hamburgern, die nun auch mehr Bewegung und Rotationen über klassische Linienläufe (Parallelas) in ihr Spiel integrierten.

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Hamburgt feiert erneut den Titel!

Für Westfalen blieb nur noch der Einsatz des Flying Goalkeepers als letztes Mittel. Doch durch die unglaubliche Ballsicherheit und Pressingresistenz der Ulusoys, Yasars und Kompanie konnte Hamburg die Uhr runter laufen lassen. Erst in der letzten Minute agierte Mota als Flying Goalkeeper (siehe Video), doch die taktische Maßnahme blieb ohne Erfolg. Kenkel und Mazurkiewicz vergaben die letzten Chancen. Somit reichte den Hamburger das 0:0, um den zweiten Titel in Folge zu holen!

Hamburg siegt erneut, Westfalen verzaubert

Die Hamburg gewinnen damit insgesamt verdient zum zweiten Mal in Folge das Landesauswahlturnier. Für uns zeigten die Hamburger eine deutlich bessere Leistung als im vorherigen Jahr. Das Team ist zwar eventuell individuell nicht mehr so stark besetzt wie letztes Jahr, dafür ist das Team als Einheit gewachsen. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive haben die Hamburger Fortschritte verbucht. Wir können nur unseren Glückwunsch und absoluten Respekt nach Hamburg für diese beeindruckende Leistung schicken.

Auf der anderen Seite darf sich das Team aus Westfalen, so bitter es vielleicht klingen mag, als Sieger der Herzen bezeichnen. Ohne die Leistung der Hamburger zu schmälern, zeigten die Westfalen den besten Futsal im Turnier. Kein anderes Team zeigte einen besseren Rhythmus als die Spieler um Klems, Mota und Co.. Die Spieler aus dem FLVW zeigten den vielen anwesenden Futsalenthusiasten, dass es auch in Deutschland gute Arbeit geleistet wird. Aus individual- und teamtaktischer Perspektive funktioniert vieles sehr gut beim FLVW, auch wenn am Ende das Quäntchen Glück fehlte. Wir freuen uns schon jetzt, die weitere Entwicklung der Spieler im nächsten Jahr zu beobachten.

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Shakehands nach dem Spiel zwischen Hamburg und Westfalen.

Landesauswahlturnier 2016!

Das 55. Spiel des Landesausturniers zeigte allen Beteiligten, dass Deutschland auf einen guten Weg ist. Der Futsal entwickelt sich zwar langsam, aber solide. Immer mehr Fußballer begeistern sich für den Sport und finden den Weg in die Halle, wie einige Auswahlteams zeigten, die hohe fußballerische Qualität in die Duisburger Hallen mitbrachten. Uns freut es sehr, dass in diesem Jahr auf Grund der Nettospielzeit viele Futsalregionen, wie Westfalen, Hamburg, Berlin und Mittelrhein ihr Know-How in gute Ergebnisse umwandeln konnten. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Turnier. Wie uns einige Quellen zugetragen haben, darf sich das Ruhrgebiet auch 2016 auf das Futsal-Turnier freuen. Vom 21.01-24.01.2016 rollt dann erneut der Ball an der Sportschule Wedau. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass eine deutsche Nationalmannschaft langsam Form annimmt. Im März sollen erste Sichtungstraining stattfinden. Wir sind gespannt, welche Spieler nominiert werden.

Wir bedanken uns damit bei euch für die fantastische Unterstützung unseres Blogs! Glückwunsch nach Hamburg!

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