4. Livebericht aus Halle B – Landesauswahlturnier 2015

FV Niederrhein 3:0 Luxemburg

Die erste Partie am Vormittag in der Halle B bestritten die Auswahlmannschaft aus dem FVN sowie das Gastteam aus Luxemburg. Die Niederrheiner begannen die Partie mit einer sehr hohen Intensität. Zum ersten Mal im Turnier konnten sie vom ersten Moment an Zugriff auf den Gegner durch eine aggressive und hochpositionierte Defensivlinie erzielen. Die Luxemburger wirkten etwas überrascht. Die Überraschung erreichte ihren Höhepunkt, als Daniel Jagenburg (5) sich plötzlich vollkommen frei in der zweiten Minute vor dem luxemburgischen Torwart positionieren konnte. Jagenburg behielt die Nerven und erzielte die Führung für den Niederrhein.

Auch nach der Führung behielt das FVN-Team das Heft in der Hand. Obwohl die Luxemburger extrem dynamisch agierten und robust in die Zweikämpfe gingen, nutzten die Spieler vom Niederrhein die eher auf Raumdeckung ausgelegte Defensive der Luxemburger, um im richtigen Moment das Tempo im Spiel zu variieren. Ab der sechsten Spielminute konnte Luxemburg besser ins Spiel finden. Im Unterschied zu den vorherigen Partien reagierte der Niederrhein sofort auf die aufkommende Dominanz der Gegner. Nach einer Dreifachchance von Heinze (6) erzielte Pahl (3) per Konter das wichtige 2:0. Kurze Zeit später erhöhte der omnipräsente Jagenburg das 3:0.

Luxemburg musste nun aktiver werden und erhöhte deshalb die Defensivlinie. Die Änderungen kamen allerdings zu spät. Die FVN-Auswahl verwaltete jedoch den Vorsprung intelligent bis zum Schlusspfiff. Die FVN-Auswahl kann im letzten Spiel gegen die Auswahl aus Bayern noch eine Platzierung im oberen Mittelfeld erreichen.

LFV Mecklenburg-Vorpommern 1:3 Hessischer FV

In der zweiten Nachmittagspartie der Halle trafen die Auswahlteams aus Mecklenburg-Vorpommern und Hessen aufeinander. Hessen deutete zu Beginn der Partie eine bessere Offensivstruktur als bisher im Turnier an. Gegen sehr tiefstehende Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern konnten die Hessen im Gegensatz zu den vorhergehenden Spielen vereinzelt Rotationen ins Offensivspiel einbauen. Die Defensivorganisation der LFVMV-Auswahl im 2-2 begünstigte die stark asymmetrische Struktur im Spiel der Hessen. Folgerichtig konnten sie durch einen Fernschuss von Bittner (5) in der vierten Minute in Führung gehen.

Das Offensivspiel von Mecklenburg-Vorpommern war von ähnlichen Problemstellungen geprägt. Da die Bewegungen im Spielaufbau kaum von hinten durch den ballführenden Spieler initiiert wurden, musste sich der ballführende Spieler oft in gefährliche 1gg1-Situationen als letzter Mann begeben. Aus diesem Grund kam das Team aus dem Norden kaum zu strukturierten Angriffen. Hessen erhöhte auf 2:0 und verwandelte in Person von Iovchev (11) einen 10m zum entscheidenden 3:0. Das 3:1 von Mecklenburg-Vorpommern kam zu spät.

Südbadischer FV 1:2 Badischer FV

Das Derby zwischen den badischen Auswahlmannschaften überraschte durch ein extrem hohes Tempo sowie extrem unterschiedliche Spielansätzen. Während das Team aus Baden sich durch eine manndeckungsartige Individualverteidigung auf ¾ des Feldes schnell den Ball erobern wollte, verteidigte Südbaden tief und passiv. Bei Balleroberung schaltete das Team aus Südbaden extrem schnell um. Sehr überzeugend agierte dabei Jannick Baumer (6) auf Seiten der Südbaden. Schnell und konsequent suchten er und seine Mitspieler den Weg zum badischen Tor. Obwohl Baden höhere mehr Ballbesitzt hatte, erspielten sich beide Teams nach fünf gespielten Minuten ungefähr gleich viele Torchancen.

Das erste Tor der Partie erzielte Baden. Nach einem Spielzug über mehrere Stationen konnte di Giorgio (9) am zweiten Pfosten den Ball ins leere Tor schieben. Der erste Treffer der Partie sorgte für etwas Hektik auf dem Feld. Südbaden versuchte durch mehr Geschwindigkeit besser ins Spiel zu kommen, doch anstatt bessere Chancen zu erspielen, sorgten sie nur für ein schnelleres Spiel auf beiden Seiten. Südbaden kämpfte dabei vermehrt mit Problemen im Offensivspiel. Zu oft drifteten die Alas in ein ineffektives 2-2 System, in dem die Südbaden oft auf lange Bälle zurückgreifen mussten. Bei den Badenern intervenierte Simsek (3) als intelligenter und flinker Spieler, um die schnellen Angriffe des Südbaden zu unterbinden.

Die Ungeduld wuchs bei Südbaden mit jeder vergangenen Minute. Drei Minuten vor dem Abpfiff setzten sie auf den Flying Goalkeeper, und wurden direkt durch die Badener bestraft: 2:0. Der Anschlusstreffer von Andreas Beck (4) kam zu spät. Für die badische Auswahl ist nun im Spiel gegen Niedersachsen eine Platzierung unter den Top 5 möglich und sicherlich nicht unverdient.

Niedersächsischer FV 1:4 Berliner FV

Ein hitziges Duell lieferten sich die Mannschaften aus Niedersachsen und Berlin. Berlin startete mit viel Elan in die Partie. Von der ersten Minute an suchten sie Vorteile beim Ballbesitz mit aktiver Defensivarbeit und längeren Ballstafetten. Die Niedersachsen erwarteten die Berliner eher tiefer in der eigenen Hälfte in einem variablen 2-2. Sobald die Gegner sich auf 10 Meter dem Tor der Niedersachsen näherten, erhöhten die NFV-Spieler den Druck. Bei eigener Balleroberung wurde schnell und konsequent umgeschaltet. Die teamtaktischen Probleme in der Defensive der Niedersachsen konnten die Spieler durch hohen individuellen Einsatz gutmachen. Ähnliches konnte in der Offensive beobachtet werden. Da die NFV-Auswahl oft wichtige Läufe ohne Ball vernachlässigte, stellte sich das Team im 2-2 auf, das zeitweilig durch die hohe individuelle Qualität der Spieler funktionierte.

Die Führung konnte Berlin per Foulsechsmeter erzielen, der für eine Menge Diskussionsbedarf bei allen Beteiligten sorgte. El-Moghrabi (10) verwandelte souverän. Mit der Führung im Rücken konnte Berlin allerdings nicht die gewohnte Sicherheit am Ball zeigen. Das Spiel entwickelte sich mehr zum offenen Schlagabtausch. Niedersachsen suchte weiterhin viele 1gg1 Situationen sowie vermehrt Sarmie (5), dessen individuelle Qualität nach Vorlage von Klein (9) zum zwischenzeitlichen Ausgleich führte. Der Ausgleich spielte den Niedersachsen in die Karten, die nun in der Defensive mutiger agierten. Berlin erhöhte ihrerseits den Defensivdruck bis zum Vollfeldpressing. Dies erwies sich im Nachhinein als intelligenter Schachzug, da die Niedersachsen keine strukturierten Gegenpressingmaßnahmen zur Hand hatten.

Für eine kleine Vorentscheidung in der Partie sorgte Elezi (6). Der dribbelstarke und dynamische Berliner eroberte selbst einen Ball in der Defensive und erzielte im Anschluss das 2:1. Die Berliner zogen sich anschließend weiter in die eigene Hälfte zurück und warteten auf die richtigen Momente, um diverse tödliche Angriffe zu setzen. Nach einem Traumtor aus über 15 Meter von Dowall erhöhte Fikic auf 4:1. Der Einsatz des Flying Goalkeepers auf Seiten der Niedersachsen konnte am Spielstand nichts mehr ändern.

Die Berliner haben durch diesen überzeugenden Sieg noch theoretische Chancen auf den Titel. Im Spiel gegen den Mittelrhein dürfen wir uns auf eine sehr schnelle und abwechslungsreiche Partie freuen.

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Kurz vor dem Spitzenspiel: Westfalen gegen Mittelrhein

FV Mittelrhein 1:4 FLV Westfalen

Das bisher beste Spiel des Turniers lieferten sich der Mittelrhein und Westfalen in der Halle B. Mit Westfalen spielte die wohl beste futsaltaktische Mannschaft gegen eine der absoluten positiven Überraschungen des Turniers, dem Auswahlteam aus Mittelrhein. Eigentlich ist die Fülle an interessanten Aktionen und taktischen Feinheiten kaum in einigen wenigen Zeilen zu beschreiben. Das Spiel begann mit einem unglaublichen Tempo. Mittelrhein wollte die Spieler aus Westfalen mit einem Vollfeldpressing direkt unter Druck setzen. Beide Teams agierten Offensiv im 3-1 System, obwohl Westfalen mit etwas mehr Flexibilität punktete. Der Mittelrhein beeindruckte mit einigen fantastischen Einzelspielern, wie zum Beispiel Robert Nospak (3), der einige gute Torchancen auf seinem Konto verbuchen durfte.

In den ersten drei Spielminuten durfte der Mittelrhein höhere Spielanteile auf seiner Seite verbuchen. Doch nach ungefähr fünf Minuten übernahm die FLVW-Auswahl die Initiative. Interessant zu beobachten war die eindeutige Blockbildung zu Beginn der Partie bei Westfalen. Nach ca. 5 Minuten wechselte ein kompletter Spielerblock vom UFC-Münster aus das Spielfeld. In dieser Konstellation erzielte Bartosz Mazurkiewicz (16) das 1:0. Der Antritt und das Spielverständnis des jungen Polen haben uns schon mehrfach in diesem Turnier überzeugt.

Nach der Führung zog sich die Auswahl aus Westfalen hinter die Mittellinie zurück. Diese taktische Umstellung spielte den Mittelrhein nicht in die Karten. Immer wieder bissen sich die Mittelrheiner die Zähne aus. Doch in der achten Minute erzielte Nospak nach einem unnachahmlichen Solo ein wahres Traumtor. Am Ausgang der Partie änderte dieser zwischenzeitliche Ausgleich allerdings nichts. Die Westfalen zogen das Tempo erneut an und erzielten in kürzester Zeit die erneute Führung, diesmal per Kopf durch Uhle (2) nach einem einstudierten Standard. Im Anschluss spielten sich die Westfalen in einen wahren Rausch. Der Mittelrhein versuchte alles und bot damit den Zuschauern eine fantastische Partie. Mota (5) erhöhte auf 3:1. Das 4:1 erzielte Jurado Garcia (10) nach einem schnell ausgeführten Einkick, der die Mittelrheiner überraschte.

Mittelrhein setzte fünf Minuten vor Abpfiff auf den Flying Goalkeeper, doch die Spieler von Westfalen schienen auf diese taktische Maßnahme perfekt vorbereitet zu sein. Der Endstand von 4:1 war schlussendlich verdient. Nun dürfen sich Spieler aus Westfalen auf den Turniersieg hoffen. Im letzten Spiel dürfen sie gegen die starken Hamburger beweisen, ob sie für den Titel bereit sind.

Wir freuen uns auf diese fantastische Partie. Besser kann das Landesauswahlturnier in unseren Augen kaum Enden!

Weitere Ergebnisse aus Halle A:

Schleswig-Holsteiner FV 4:1 Thüringer FV

Bayerischer FV 2:1 FLV Brandenburg

Sächsischer FV 3:3 FV Sachsen-Anhalt

FV Bremen 1:3 FV Rheinland

Saarländischer FV 3:4 Württembergischer FV

Hamburger FV 2:1 Südwestdeutscher FV

 

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