3. Livebericht aus Halle B – Landesauswahlturnier 2015

FLV Brandenburg 3:3 FV Niederrhein

Den Samstag eröffneten in Halle B die Auswahlteams aus Brandenburg und dem Niederrhein. Für die Mannschaft aus dem Niederrhein zählte nur ein Sieg nach zwei enttäuschenden Ergebnissen gestern. Die Spieler um Trainer Bonnekamp schienen sich der schwieriger Situation bewusst und starteten mit Elan in die Partie. Die hohe Intensität in der Defensive machte den Brandenburgern in den ersten Spielminuten ziemliche Probleme. Immer wieder störten die Spieler vom Niederrhein das Aufbauspiel der Brandenburger. Nach einer schwachen Ecke der Brandenburger antizipierte Jagenburg (5) den Passweg und konnte anschließend den freien Weg zum Tor suchen, um die frühzeitige 1:0 Führung zu erzielen.

Die Reaktion der Brandenburger blieb vorerst aus, da die FVN-Auswahl weiterhin auf fast ¾ des Feldes verteidigte und immer wieder geschickt die Räume schloss. Timo Heinze (6) markierte das Spieltempo bei den Niederrheinern. Seine intelligenten Pressingentscheidungen sowie offensiven, dynamischen Laufwege führten zu weiteren Balleroberungen und Torchanen, die allerdings ungenutzt blieben. Nach hohem Tempo der FVN-Auswahl in der Anfangsphase verringerte sich dieses nach ungefähr vier Minuten. Brandenburg nutzte diese kurze Zeitspanne, um per Fernschuß von Blume (7) auszugleichen. Im Anschluss an den Ausgleich entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel. Die Brandenburger konnten immer länger den Ball halten, ohne dabei größere Anstrengungen zu tätigen. Auf der anderen Seite spielten die Niederrheiner immer dann stark, wenn sich ihren seitlichen Pivot ins Spiel einbinden konnten.

Die Entscheidung der Partie schien sich in der zehnten Spielminute anzubahnen. Erneut diktierte Heinze den Pressingrythmus seiner Mannschaft, um eine Balleroberung zu forcieren, die Mevissen (11) zur 2:1 Führung nutzte. Kurz darauf erzielte Cwiek (2) das 3:1. Leider verloren die Niederrheiner danach den Faden. Die tiefe Defensivarbeit erleichterte den Brandenburger das eigene Spiel, die besonders stark im 1gg1 sowie bei Fernschüssen sind. Mehrere Male verfehlten sie nur knapp das Tor. Brandenburg setzte in den letzten Minuten auf den Flying Goalkeeper. Nach einem Anschlusstreffer fünf Minuten vor Spielende durch Labahn (12), konnte Gollmer (11) kurz vor Ende das Spiel ausgleichen. Für die Brandenburger war es ein verdientes Ergebnis. Die FVN-Auswahl verspielt kurz vor Schluss Spiel, in dem streckenweise die Qualität der Mannschaft endlich zu erkennen war.

Hessischer FV 1:1 Bayerischer FV

Die Partie zwischen Bayern und Hessen war in den letzten Minuten durch einige Unstimmigkeiten zwischen den Spielern geprägt, so dass die Schiedsrichter alle Hände voll zu tun hatten. Die Unruhe kam allerdings erst spät in die Partie. Die Bayern erwischten diesmal einen guten Start. Schon nach zwei Minuten durften sie den Führungstreffer von Klein (5) bejubeln, der eine ansehnliche Kombination mit einem gezielten Schuss ins Tor krönte. Die Bayern schienen nach den gestrigen Enttäuschungen durch die Führung wieder mehr zu ihrem Spiel gefunden haben. Die zurückhaltende und tiefe Defensive der Hessen unterstützte die Bayern dabei. Immer wieder begannen sie einige Rotationen im 3-1 mit falschem Pivot. Sobald Majdancevic (11) als falscher Pivot auf dem Flügel Freiräume erhielt, wurde es gefährlich. Immer wieder konnten Lüft (7) und Pelz (8) mit viel Laufarbeit diese notwendigen Freiräume schaffen.

Die Hessen hatten lange Zeit Probleme, die Angriffe der Bayern abzuwehren. Die tiefe Staffelung auf ¼ des Feldes wurde nach einigen Pässen der Bayern ungeduldig aufgegeben. Die Bayern nutzten diese Räume. Auch in der Offensive äußerten sich bei den Hessen Probleme im Spielaufbau. Das asymmetrische System mit Fokus aus 1gg1 Situationen auf den Flügeln funktionierte kaum. Ohne Iovchev (11) als dominanter Pivot fehlte eine klare Anspielstation im gegnerischen Abwehrzentrum, um gefährlich vor das Tor der Bayern zu gelangen.

Nach ungefähr zehn Minuten verringerten die Bayern das Tempo und übergaben den Ballbesitz an die Hessen. In diesem Moment drehte sich das Spielgeschehen. Die Hessen gewannen an Selbstvertrauen. Da sie jetzt auch mehr Wege ohne Ball zurücklegten, bekamen auch die Bayern in ihrem tiefen 2-2 Probleme beim Zugriff auf die Offensivspieler. Kurz vor Schluss setzten die Hessen auf den Flying Goalkeeper. Das Tor fiel allerdings auf eine anderen Art. Im Angriff der Bayern eroberte sich die hessische Auswahl den Ball. Während die Bayern ein Foulspiel montierten, glich Janis Bittner (5) die Partie aus. Eine Punkteteilung, die die Bayern sich leider selbst zuzuschreiben haben.

FV Niedersachsen 4-0 FV Sachsen-Anhalt

Auch in der Partie Niedersachsen gegen Sachsen-Anhalt durften sich die Zuschauer über ein frühes Tor freuen. Die Niedersachsen begannen die Partie mit der Überzeugung, die eine Siegermannschaft ausmacht. Schon nach 65 Sekunden erzielte Dragan Muharemi (4) den wichtigen Führungstreffer. Die Spieler aus Sachsen-Anhalt schienen sich durch diesen frühen Ruckstand nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig warteten sich auf ihre Chancen, die allerdings rar blieben. Die Niedersachen bauten dagegen auf die Qualität ihrer Einzelspieler. Die Probleme im Spielaufbau mit wenigen Diagonal- oder Linienläufe ohne Ball äußerten sich zwar auch gegen Sachsen-Anhalt, doch die Qualität einiger Spieler wie Sarmie (5) oder Ruff (3) reichte immer wieder, um zahlreiche Torchancen zu kreieren.

Trotz Rückstand konzentrierten sich die Angriffe der FVSA-Auswahl auf Konter. Die Geschwindigkeit von Koch (7) und Luhaka (8) reichte in diesem Spiel allerdings nicht, um ein Tor zu erzielen. Nach einem doppelten Anspiel des Torhüters verwandelte Sarmie einen indirekten Freistoß elegant im oberen Eck. Sachsen-Anhalt erhöhte den Defensivdruck, erhielt allerdings durch Fehler bei der Spielerübergabe in der Defensive keinen durchgängigen Zugriff auf die entscheidenden Spieler bei den Niedersachsen, obwohl diese im 2-2 oft Probleme im Aufbau hatten. Das Spiel entwickelte sich zu einem Hin und Her, dass Niedersachsen für sich entschied. Nach einem erneuten Treffer von Sarmie konnte Hiber (10) einen Fernschuss zum 4:0 Entstand bejubeln. Die Niedersachsen sind damit wieder im oberen Mittelfeld angekommen.

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Westfalen nach der Balleroberung gegen Baden.

Badischer FV 0-4 FLV Westfalen

Die vierte Partie in der Halle B zwischen Baden und Westfalen entwickelte sich schnell zu einer einseitigen Angelegenheit. Den guten Eindruck, den die Spieler aus dem FLVW am ersten Spieltag hinterlassen hatten, bestätigte sich auch in der dritten Partie. Von der ersten Minute an presste Westfalen Baden. Die Badener erwarteten die Westfalen extrem tief, 8-9 Meter vor dem eigenen Tor im 2-2 System. Doch schon in der ersten Minute konnte Nebgen (8) sich als Pivot zwischen den Defensivlinien der Badener positionieren und einen Pass von Mota (5) nutzen, um das 1-0 zu erzielen. Was folgt, war für alle Futsalenthusiasten ein wahres Futsalfest. Keine andere Mannschaft in diesem Turnier besitzt einen besseren Rhythmus als die Westfalener. Kaum mehr als zwei Ballkontakte pro Spieler und unermüdliche Laufwege im leichte modifizierten 3-1 sorgten bei den Badenern für viele Kopfschmerzen und Gegentore. Baden konnte kaum einen Angriff strukturiert aufbauen, da Westfalen im 2-1-1 sofort Druck auf ¾ des Feldes ausübte. Obwohl die Badener konsequent ihre taktisch gut erarbeiteten Offensivrotationen aufziehen wollten, konnten sie diese kaum umsetzen. In der fünften Minute erzielte Kenkel (11) mit einem satten Schuss das 2-0. Die Urgewalt Nebgen erzielte anschließend das 3-0.

Besonders interessant gestaltet sich der Spielaufbau der Westfalen. Immer wieder nutzen sie die Breite des Spielfeldes und positionierten die Ala´s so weit wie möglich außen, um so die gegnerischen Defensivspieler zu binden und zu verunsichern, ohne die Passlinien zum Fixo zu verlieren. Nach etwas zehn Minuten konnten die Badener etwas besser ins Spiel finden. Sie erhöhten den Pressingdruck auf ¾ des Feldes und stellten ihre Defensive auf eine individuelle Manndeckung um, um so besseren Zugriff auf die Spieler des Westfalen zu erhalten. Sieben Minuten vor Schluss zogen sich die Westfalen weiter zurück. Baden setzte dann folgerichtig auf den Flying, wurde allerdings nicht belohnt. Mazurkiewicz erhöhte noch auf 4-0.

Die taktischen Varianten der Westfalen sind zu diesem Zeitpunkt beeindruckend. Es wird interessant zu sehen sein, ob sie dieses Niveau diesen Nachmittag auch gegen den Mittelrhein halten können. Zum jetzigen Zeitpunkt wird der taktisch beste Futsal in Westfalen gespielt, doch das Saarland hat gezeigt, dass auch Westfalen zu knacken ist.

Hamburger FV – Berliner FV

Im letzten Vormittagsspiel der Halle B forderten ambitionierte Berliner den Titelverteidiger aus Hamburg heraus. Die Berliner absolvierten gute Spiele am Freitag und mussten sich nun an scheinbar unbesiegbare Hamburger messen lassen. Die Partie war von der ersten Minute an unglaublich intensiv und schnell. Die Hamburger verteidigten für sie schon fast typisch auf ½-Feld individuell gegen stark ballbesitzorientierte Berliner. Die Berliner zeichnet in der Offensive eine unglaubliche Ruhe und Struktur aus. Obwohl einige Spieler aus dem Team positiv herausstechen, wie zum Beispiel Elezi (6), Toktumur (5) und Temiaa (4), ist kaum ein Bruch im Spiel zu erkennen.

Defensiv zeichnen sich die Berliner durch eine hohe Manndeckung aus, die situativ in ein absolutes Feldpressing wechselt. Obwohl die Berliner gute Arbeit in der Defensive leisteten, gestaltete sich der Zugriff auf die Hamburger schwer. Kaum ein anderes Team besitzt mehr pressingresistente Spieler als die Hamburger. Obwohl die Hamburger immer wieder in ein kritisches 2-2 System verfallen mit mehr als 10 Metern zwischen den Linien, können sie einfache Pässe zwischen die eben jenen Abwehrlinien spielen. Ulusoy (8), Suntic (5), Yasar (10) und Meyer (7) sind kaum vom Ball zu trennen.

Die Partie entwickelte sich zu einem absoluten Highlight des Turniers. Es war ein ständiges Hin und Her mit Torchancen auf beiden Seiten. Die Führung stand lange Zeit auf der Kippe, bevor Yasar einen Schuss aus spitzem Winkel nach Vorlage von Ulusoy ins Tor setzte. Auf Grund der hohen Intensität gelangte Berlin schnell an die Foulgrenze. Nach sieben Minuten mussten sich die Berliner mit vier Fouls schon zurückhalten. Auch Hamburg erreichte später die Grenze.

Die Berliner arbeiteten unermüdlich weiter, um den Rückstand aufzuholen. Dabei überzeugten sie mit individuellen Qualitäten innerhalb eines guten Teams. Vielleicht passt die Bezeichnung „Tiki-Taka Berlin“, obwohl ihnen der Rhythmus der Westfalener fehlt. Am Ende fehlten den Berlinern das nötige Glück und der unbändige Torwille der Hamburger. Mit einem Doppelpack beendete Mayer jeweils im Konter die Ambitionen der Berliner. Diese kurzen Zeilen werden diesem intensiven Spiel kaum gerecht, er wäre auch ein passendes Finale gewesen.

Ergebnisse Halle A:

Luxemburg 2:2 Thüringer FV

Südbadischer FV 3:2 Schleswig Holsteiner FV

FV Bremen 4:2 LFV Mecklenburg-Vorpommern

Württembergischer FV 6:2 Sächsischer FV

FV Mittelrhein 4:1 FV Rheinland

Südwestdeutscher FV 2:1 Saarländischer FV

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