Erneut von der Studenten-WM mit Thomas Lehmann

Die Fußballer haben es vorgemacht, nun möchten unsere jungen Futsaler nachlegen und bei der WM in Antequera glänzen! Und mit dem deutschen WM Finale vor Augen hat sich Thomas Lehmann nochmal gestern für uns Zeit genommen und weitere Fragen beantwortet. Trotzdem möchten wir hier nicht verpassen, der deutschen Nationalmannschaften für den Titel zu gratulieren. Wie twitterte gestern Ricardinho: “ Es freut mich sehr, dass die Mannschaft gewonnen hat, die am besten gespielt hat gewinnen und sogar mehr, die Futsal spielte… Glückwunsch Deutschland. Sie verdienen es …“

Mister Futsal: So Thomas, nun bist du bei der Studenten-Nationalmannschaft für Deutschland im Team! Wie war der Weg zur WM? Wie bist du zum Team gekommen und wie war eure Vorbereitung?

Thomas Lehmann: Ja, es ist natürlich eine große Ehre, hier mitspielen zu dürfen. Die Auswahl existiert erst seit letztem Jahr, schon seit geraumer Zeit werden dazu Sichtungen durchgeführt, z.B. auch bei den deutschen Hochschulmeisterschaften, aber auch in den regulären Futsal-Ligen und beim DFB-Länderpokal 2014. Dazu muss man sagen, dass es für die Nominierung einige klare Richtlinien gibt, z.B. müssen die Spieler höchstens 28 Jahre alt sein, einen deutschen Pass besitzen und an einer Universität eingeschrieben sein müssen. Es gab dann im Hinblick auf die Nominierungen im Oktober 2013 einen ersten Sichtungstraining an der DSHS in Köln. Im Dezember hatten wir dann zwei Spiele gegen Schweden in Münster, die aus unserer Sicht ja auch sehr erfolgreich abgelaufen sind. Leider war es in diesem Jahr nicht mehr möglich, noch weitere Trainingslager durchzuführen. Wir haben leider erst sehr spät, im Mai dieses Jahres, erfahren, dass wir am Turnier teilnehmen würden. Außerdem gibt es auch im Bezug auf den Kader noch einige Ausfälle zu verzeichnen, Spieler wie Manuel Klon und Alex Sokolowski aus Uerdingen oder auch Mo Labiadh aus Hamburg haben aus beruflichen bzw. persönlichen Gründen relativ spät abgesagt. Das sind natürlich alles Umstände, die klar machen, dass unsere Vorbereitung nicht optimal war, aber nach den ersten Eindrücken sind trotzdem alle sehr gut drauf und heiß auf die Spiele.

MF: Und aus taktischer Sicht? Was hat das Nationalteam zu bieten?

TL: Die Vorbereitung war aus sportlicher Sicht wohl nicht optimal. Wir haben uns im Prinzip erst beim Turnier getroffen, mache Spieler sind leider auch verspätet hinzugekommen. Deshalb blieb uns nur wenig Zeit, um uns aneinander zu gewöhnen. Trotzdem haben wir uns aus taktischer Sicht auf ein Spielsystem geeinigt. Schon beim gemeinsamen Lehrgang sowie beim ersten Testspiel gegen Schweden hatten wir uns auf verschiedene Varianten geeinigt, dazu gehören verschiedene Ecken, Einkicks und so weiter. In der Verteidigung können wir auch flexible reagieren und das System je nach Spielsituation variieren. Sicherlich haben wir noch viel zu lernen, doch dafür sind wir ja auch hier.

MF: Wie viel könnt ihr durch das Turnier „mitnehmen“ oder abschauen?

TL: Sehr viel, denn wir können uns viel abgucken und durch die anderen und die eigenen Spiele enorm viel lernen. Erst recht, wenn man gegen starke Mannschaften spielt, dann kann man lernen. Sicherlich sind wir weniger variabel als andere Teams, da wir noch nicht so lange zusammen spielen. Trotzdem konnten wir auch am Samstag beim Testspiel gegen Aserbaidschan sehen, dass wir dagegen halten können. Wir erkennen so unsere Stärken und diese ausspielen. Gerade erst haben wir das Eröffnungsspiel zwischen Spanien und der Slowakei gesehen. Natürlich können wir noch nicht so variabel wie die Topmannschaften, zum Beispiel Spanien, sein.

MF: Kein Team ohne Trainerteam. Wer betreut euch bei der WM?

Trainerteam

Das deutsche Trainerteam bei der# WUCFutsal2014

TL: Was das Trainerteam angeht, haben wir einerseits Gereon Quick dabei, er ist der Trainer. Gereon war früher Spielertrainer beim UFC Münster. Desweiteren ist Georg von Coelln als Disziplinchef dabei, Kirsten Stegemann als Delegationsleiterin vom ADH sowie Clara Schneider als Physiotherapeutin.

MF: Dann lass uns mal auf das Turnier schauen. Ihr habt mit Brasilien, Iran und Ukraine eine schwere Gruppe erwischt. Was erwartest du für Spiele?

TL: Wir haben eine absolute Hammergruppe erwischt. Wenn man sich die Futsalweltrangliste anschaut, wir man schnell feststellen, dass alle unsere Gegner in den Top10 sind. Brasilien führt die Weltrangliste an, Iran liegt auf dem siebten Platz und die Ukraine auf dem achten Platz. Unter dem Gesichtspunkt darf man das Testspiel gegen Aserbaidschan anders einschätzen. Denn Aserbaidschan liegt auf dem zehnten Platz und ist ein starkes Futsalland. Deshalb erwarten wir auf sehr starke Gegner zu treffen. Es ist vermutlich vermessen zu erwarten, dass wir hier den Gruppensieg holen oder gegen die etablierten Teams klar gewinnen können. Natürlich geben wir unser bestes und möglicherweise schaffen wir eine Überraschung.

weltrangliste

DIe inoffizielle Weltrangliste des Futsals. Zu finden auf http://www.futsalworldranking.be/rank.htm

MF: Ihr startet gegen den Iran in Gruppe B um 17:30 in das Turnier. Aufgeregt? Erzähl uns doch ein bisschen von eurem Alltag.

Aufgeregt würde ich jetzt nicht sagen, die Jungs sind gespannt auf das Turnier. Wenn wir in der großen Halle auflaufen, wird bestimmt etwas Nervosität hinzukommen. Wir fiebern dem ersten Spiel mit Spannung entgegen, denn unser Fokus liegt lange auf diese erste Partie. Iran ist ein starkes Land, aber vielleicht am ehesten ein Gegner, mit dem wir uns messen und mithalten können. Wir erwarten ein schwieriges Spiel gegen einen erfahrenen Gegner.

Ansonsten sind wir alle motiviert hier spielen zu können und die anderen Teams zu sehen, deren verschiedenen Systeme und Analgen. Man sieht auch Unterschiede in der Physis. Wir wollen so viel wie möglich lernen und mitbringen, um den deutschen Futsal weiterzubringen. Trotzdem wollen wir die bestmögliche Platzierung hier rausholen. Wir wollen uns nicht abfertigen lasen.

MF: Kannst du uns auch ein bisschen von der Eröffnungsfeier und deinem Tag berichten?

TL: Die Eröffnungsfeier war ein tolles Event mit ein paar etwas langen Reden in einer gut gefüllten Halle mit einigen Ehrengästen. Javier Lozano war zum Beispiel unter den Gästen. Die Stimmung war auch beim Spiel der Spanier sehr gut. Heute Abend (Sonntag) haben wir ein Minitestspiel gegen Israel in unserer Trainingszeit. Wenn man ein bisschen Freizeit hat, kann man die Sonne genießen am Pool. Draußen waren wir wenig hier, aber natürlich fiebern wir dem WM Finale hinzu! Hier sind viele für Deutschland. Trotz Training und Spiele bleibt uns noch genug Zeit, um die Tage zu genießen.

MF: Danke, Thomas!

Alle Spiele der deutschen Mannschaft könnt ihr live im Internet sehen. Die aktuellen Links findet ihr auf www.wucfutsal2014.com.  Leider sind die Videos im deutschsprachigen Raum gesperrt. Um trotzdem ein Blick in die Spiele zu erlangen, braucht ihr einen spanischen Proxy-Server. Wir versuchen euch kurz vor dem Spielbeginn die Daten bei Facebook zuzuspielen.

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Eindrücke von der Eröffnungsfeier. Thomas Lehmann mitten drinnen!

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