3. Livebericht aus Halle B – DFB Futsal-Landesauswahlturnier

Der zweite Turniertag wird der Tag der Vorentscheidungen beim DFB Landesauswahlturnier sein. Wer heute nicht in Topform aufläuft, wird am Finaltag keine Chance mehr auf eine gute Platzierungen oder gar den Titel haben. Und so durften die Zuschauer am Vormittag einige hochklassige und hitzige Duelle verfolgen. Durch das Hammes-Modell trennt sich langsam die Spreu vom Weizen. Die ersten Duelle der absoluten Topmannschaften folgen heute Nachmittag ab 15:30 Uhr.

Hier die Ergebnisse der 3. Spielrunde:

Südwest – Thüringen 3:0

Mittelrhein – Sachsen-Anhalt 2:1

Mecklenburg-Vorpommern – Hessen 0:2

Bremen –  Westfalen 4:4

Berlin – Niederrhein 2:1

Südbaden – Lothringen 1:2

Württemberg – Baden 3:1

Saarland – Rheinland 4:2

Hamburg – Bayern 3:2

Sachsen – Niedersachsen 0:2

Schleswig-Holstein – Brandenburg 3:1

Spielberichte Halle B – Rundsporthalle

Sachsen-Anhalt 1:2 Mittelrhein

Kaum wurde der zweite Turniertag durch die Partie Sachsen-Anhalt gegen Mittelrhein eröffnet, durften die Spieler auf beiden Seiten jeweils einmal jubeln. Beide Teams wollten das Spiel sofort an sich reißen. Für Sachsen-Anhalt traf Alexander Prinz (5), während Marvin Buß (16) vorher auf 1:0 erhöht hatte. Anschließend agierten die Spieler vom Mittelrhein besser. Allen voran Kapitän Buß und und Tim Putthammer (14) sorgten für Unruhe bei den Gegnern. Sachsen-Anhalt wirkte etwas starr und unbeholfen. Das junge Team zog sich nach dem Ausgleich immer weiter zurück. Doch auch die Auswahl des FVM zeigte nicht die nötige Dynamik, um das Spiel zu entscheiden. Beide Teams verteidigten sehr tief, so dass sie das Tempo aus dem Spiel nahmen und selbst immer aus sehr tiefen Positionen die Konter fahren mussten. Auf die jeweils tiefe Verteidigungsarbeit fehlten den Auswahlteams jeweils die passenden taktischen Mittel, wie wechselnde oder doppelte Pivots im Angriff, die für das nötige Überraschungsmoment sorgen können. Am Ende konnte sich der Mittelrhein, dank einer soliden Abwehrarbeit, verdient mit 1:2 durchsetzen.

Westfalen 4:4 Bremen

Wer viele Tore und spektakel sehen möchte, der sollte sich die Westfalen anschauen. Zwar haben die Westfalen am ersten Spieltag nur einen Punkt geholt. Doch wird dieser Punkt nicht der spielerischen Klasse der Auswahl gerecht, die gegen die Bayern in der ersten Spielrunde 4:4 spielten. Und auch im Spiel gegen Bremen wiederholte sich das Ergebnis. Westfalen ging früh in Führung durch Nils Klems (13). Die Auswahl des FLVW war erneut spielbestimmend und zeigte taktisch guten Futsal. Den vielen Rotationen über ein 3-1 System folgten oft vielversprechende Torchancen, in denen der Pivot jeweils intelligent eingebaut wurde. Doch die Bremer ließen sich von den Kombinationen der Westfalen nicht aus der Ruhe bringen. Tief stehend warteten die Bremer auf Konter, um so die Schnelligkeit und Dribblingfähigkeiten ihrer Spieler auszuspielen. Als Schlüsselspieler der Bremer ist wohl Demir (5) zu nennen, der ein Tor erzielen und ein weiteres Tor vorbereiten konnte. Die Westfalen erspielten eine 3:1 Führung, die sie dann erneut leichtfertig aus der Hand gaben. Denn nach der Führung zogen sich die Spieler tief in die eigene Hälfte zurück. Bremen bekam so mehr Ballbesitz. Durch diese taktische Entscheidung haben die Westfalen ihren Vorteil abgegeben: Den Ballbesitz. Bremen konnte auf 3:3 herankommen, ehe die Auswahl des FLVW durch den Einsatz des Flying Goalkeepers ihren Ballbesitz zurückeroberte und den Ausgleich erzielte. Doch Basdas hatte etwas dagegen und erzielte 10 Sekunden vor Schluss das 4:4. Ein fantastisches Futsalspiel.

Südbaden 1:2 Lothringen

Im dritten Spiel der Halle B durften die Südbaden gegen die französischen Gäste aus Lothringen antreten. Die Auswahl aus Lothringen überzeugt am ersten Tag mit vielen ausgearbeiteten Rotationen und strategischen Spielzügen. So war es nicht überraschend, dass sie auch in diesem Spiel das Tempo diktierten. Oft in einem 3-1 mit falschen Pivot oder sehr einfachem 4-0 stellten sie das Team aus Südbaden vor große Probleme. Doch mit dem Tore schießen tun sich die Franzosen schwer.  Die Südbaden verteidigten tief und setzten auf die Qualitäten ihrer Spieler im 1gegen1. Sobald diese im letzten Spieldrittel der Gegner eindrangen, entwickelten diese eine außerordentliche Dynamik. Oft wurde über den Ala ein schneller Angriff eingeleitet, der durch einen Schuss auf den zweiten Pfosten abgeschlossen wird. Doch Devillier (TW/1) lieferte eine gute Leistung im Tor ab und sicherte der Auswahl aus Lothringen die wichtigen drei Punkte.

Saarland 4:2 Rheinland

Ein verrücktes Spiel boten die Auswahlmannschaften aus dem Saarland und Rheinland. Viel Tempo, viele Emotionen und viele, viele Fouls auf beiden Seiten. Trotz der schneller Führung der Saarländer mit 3:0 hatten sie über 10 Minuten vor Schluss schon die drei-Foul-Grenze erreicht. Deshalb konnten auch die Rheinländer durch zwei 10m kurz vor Schluss noch auf 3:2 verkürzen. Beide Male verwandelte die Nummer 13, Paul Lauer, sicher. Einen weiteren 10m vergaben die Rheinländer. Taktisch gesehen darf man die Partie als kleine Katastrophe bezeichnen. Ein ständiges und ungestümes Hin und Her führte zu vielen Chancen sowie Stellungsfehlern der Spieler. Gerade die Rheinländer hatten beim Umschaltverhalten in der Defensive extreme Schwierigkeiten. Dabei sind die Rheinländer nicht mal beim 3:0 Rückstand aus ihrer tiefen Verteidigung gekommen, um das Ergebnis zu drehen. Der Einsatz des Flying Goalkeepers wurde kurz vor Schluss mit dem 4:2 Endstand bestraft. Bei Saarland überzeugten durch ein extrem hohes Tempo und Technik Jan Issa (15) und Kristoffer Krauß (11) im Zusammenspiel. Alle Tore liefen über ihr Zusammenspiel.

Sachsen 0:2 Niedersachsen

Die dritte Spielrunde wurde in der Halle B mit dem Spitzenspiel zwischen Sachsen und Niedersachsen beendet. Beide Teams konnten mit zwei Siegen aus zwei Spielen am Freitag überzeugen. So durfte das Spiel zu Recht als erstes Topspiel bezeichnet werden, dessen Sieger als Mitfavorit für den Titel zu zählen ist. Sachsen bestimmte von Beginn an die Partie. Mit gefühlten 70% Ballbesitzt drängten sie die Niedersachsen tief in ihre Hälfte. Doch die Auswahl aus Niedersachsen arbeitete gut in der Defensive. Sachsen setzte wie gewohnt auf die Qualität ihrer Pivots, allen voran Josef Nemec (9). Der große Tscheche war Dreh- und Angelpunkt der Sachsen. Trotzdem konnten die Niedersachsen mit 0:1 in Führung gehen. Marko Schikora (7) hämmerte den Ball aus gut 10 Meter unter die Latte. Immer wieder sorgten die schnelle Niedersachsen für Probleme beim Auswahlteam aus Sachsen. Die individuelle Klasse ist auch die größte Stärke der Niedersachsen. Roberto Cid-Valdes (10), Arne Ruff (12) und Marko Schikora (7) sind unglaublich starke Einzelspieler, die im Alleingang Spiele gewinnen können. Nach dem Rückstand stellten die Sachsen immer mehr auf ein 2-2 System mit zwei Pivots um. Dabei wechselten die Pivots oft untereinander oder mit den Fixos die Positionen ohne Ball. Wenn ein Gegner tief steht, ist diese Variante des 2-2 eine effektive und intelligente, solange die Dynamik im Spiel stimmt. Leider konnten die Spieler der Sachsen das Tempo im Wechsel untereinander nicht hoch genug halten, um die Niedersachsen in Bedrängnis zu bringen. So hatten sie den Ball und einige Chancen, erzielten aber keine Tore. Auf der anderen Seite wurden die Chancen eiskalt genutzt. Erneut traf Marko Schikora nach einer Balleroberung ins Tor. 2:0 lautete auch das Endergebnis. Sachsen hatte sicher mehr von der Partie, doch von einem unverdienten Sieg der Auswahl aus Niedersachsen zu sprechen ist auch schwierig. Zwei Chancen, zwei Tore, geordnete Abwehr und exzellente Einzelspieler. Dies könnte eine vielversprechende Mischung für ein gutes Turnierergebnis sein.

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