Die Macht der Pike

Kaum eine andere Schußtechnik ist im Fußball so verpönt wie der Schuß mit der Pike. Oft belächelt und als technisches Hilfsmittel für Fußballanfänger oder talentlose Kicker betitelt, fristet die Pike ein Schattendasein im Fußball. Im Futsal ist die Pike dagegen ein Topstar. Dort steht die Pike eher als ein Zeichen für höchste technische Fertigkeit in engen Räumen. Kaum ein Futsalprofi nutzt nicht die Pike zum Torabschluss. Was? Wie kann das sein? Ein kurzer Blick auf die Vorteile dieser Technik.

Die Pike als technische Finesse

Die Pike hat natürlich nicht umsonst einen schlechten Ruf. Der Einsatz der Pike gilt als technisch unsauber, gefährlich für die Gesundheit und unpräzise in der Ausführung. Diese Einstellung ist auch verständlich, wenn man bedenkt, dass Pässe, Schüße und Flanken im Fußball meist über 15 oder 20 Meter gespielt werden. Auf solche Distanzen einen kontrollierten Schuß mit der Pike auszuführen ist zweifelsohne extrem schwierig. Im Futsal sind die Vorraussetung allerdings andere. Die Distanzen sind kürzer, die Räume enger, die Zeit für einen technisch perfekten Schuß mit der Innenseite gering. So ist es üblich, dass die Distanz zum Tor bei einem Torschuß in der Regel unter 10 Meter beträgt (weit über 90% der Tore fallen in einer Distanz unter 10 Meter zum Tor). Auf dieser Distanz ist mit genügend Übung ein Schuß mit der Pike kontrollierbar. Dabei geht es im Futsal wirklich nur im den Schuß mit der Pike. Und dieser bietet einige Vorteile.

Die Vorteile der Pike

Wie alle technischen Mittel hat sich nicht umsonst die Pike im Futsal durchgesetzt. Der Schuß mit der Pike besitzt einige Vorteile, die ein normaler Schuß mit der Innenseite nicht bieten kann. Er ist hart, ansatzlos und schnell in der Ausführung. Widmen wir uns zuerst dem Thema der schnellen Ausführung. Denn Zeit und Platz sind Mangelware im Futsal. Sobald es im Futsal zum Torabschluss kommt, ist der verfügbare Raum noch enger als sonst. Die vier gegnerischen Feldspieler plus Torwart verengen den Raum so sehr, dass weder Platz noch Zeit für einen typischen Schuß mit der Innenseite bleibt. Alleine das Ausholen nimmt dabei zu viel Zeit in Anspruch. Mit der Pike hingegen sind ansatzlose Schüße möglich. Der Schuß kann direkt aus der natürlichen Laufbewegung oder sogar im Stand problemlos abgegeben werden. Somit spart der Spieler Zeit, Raum und überrascht dabei Gegenspieler und Torhüter, die keine Vorbereitungszeit zur Abwehr besitzen.

Auch die speziellen Eingenschaften und Form des Futsalballes förderen den Schuß mit der Pike. Der Pikenschuß beim Fußball wird nicht umsonst als ein gesundheitliches Risiko eingestuft. Stauchungen sind oft eine Folge eines schlecht ausgefürten Schußes. Dabei spielt die Konzeption des Fußballs eine große Rolle, der viel nachgiebiger als der Futsal ist. Der Futsalball hingegen verformt sich weniger. Dadurch ist der Schuß mit der Pike nicht so schmerzvoll. Durch die geringere Verformung lässt sich der Futsalball auch eher stoßen, um so eine hohe Geschwindigkeit aufzunehmen. Bildlich kann man es sich wie bei einer Billardskugel vorstellen, die besser mit einem Kö gestoßen als geschlagen wird (bitte nicht überinterpretieren!). So sind im Futsal mit der Pike im Regelfall viel härtere Schüße zu realisieren. Im folgenden Video zeigt Jordi Torras eindrucksvoll, wie hart ein Futsalball wirklich geschoßen werden kann.

Interessanter Nebeneffekt: Der Ball bekommt mit der Pike in der Regel eine Vorwärtsdrall. Damit wird der gegnerische Torhüter vor das Problem gestellt, dass der Ball auch mal über seinen Arm oder Fuß trotz erfolgreicher Abwehr abrollen kann. Eindeutig ist, dass im Futsal die Pike alles andere als eine technische Unsauberkeit ist. Ansatzlos, hart und unberechenbar. Die Pike ist der König der Schüße im Futsal.

Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr selber die Pike? Lasst ihr im Training speziell den Schuß mit der Pike trainieren oder bleibt ihr bei der Aussage „Pike ist technisch gesehen Müll“. Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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