Die „falschen“ Positionen im Futsal

Anders als im Fußball werden die Positionen im Futsal etwas freier interpretiert. Durch den begrenzten Raum und der hohen Geschwindigkeit, bewegen sich die Spieler oft über das ganze Spielfeld. Je besser die Mannschaft spielt, desto mehr Positionswechsel werden im Angriff durchgeführt, um so die gegnerische Defensive zu überwinden. Je nach Situation kann dadurch fast jeder Spieler überall auf dem Feld angetroffen werden.

Auszug aus de, offziellen Saisonheft der spanischen LNFS 13/14

Auszug aus dem offziellen Saisonheft der spanischen LNFS 13/14

Im modernen Fußball ist aktuell ein ähnlicher Trend zu beobachten. Die klassische Interpretation von einer fest Positionen wird durch falsche Neuner, Zehner, Zweier oder komplett fluide Systeme wie beim FC Bayern oder beim FC Barcelona ersetzt. Bekanntestes Beispiel für die Auffassung der falschen Neun ist wohl Lionel Messi, der sich aus seiner Position als Stoßstürmer herausbewegt und diese zwischenzeitlich nicht mehr besetzt. Auf spielverlagerung.de (Was bedeutet „falsch“ in der Taktik) gibt es einen sehr aufschlussreichen Artikel dazu.

Zurück zum Futsal! Über die Jahre haben sich für die fünf Spieler (ein Torhüter und vier Feldspieler), vier charakteristische Bezeichnungen entwickelt. Diese Postionsbezeichnungen beschreiben dabei jeweils eher ein Art Spielertyp, der durch seine Eigenschaften einen Bereich auf dem Feld zeitweise bezieht und spezifische Aufgabenstellungen erfüllt. Daher muss trotzdem muss jeder Spieler alle Facetten des Spiels beherrschen. Die Positionsbezeichnungen sind dementsprechend eher die Bezeichnung für das Spezialgebiet eines Futsalers. Abgeleitet aus dem klassichen 1-1-2-1 System inklusive Torhüter haben sich folgende Begriffe entwickelt: Der Torhüter, der Fixo, der Ala und der Pivot. Hierbei handelt es sich um die portuguisischen Bezeichnungen, die vorranging auch in Deutschland eingesetzt werden. Die spanischen Bezeichnungen entsprechend diesen Begriffen mit Cierre, Ala und Pivot fast gänzlich. Als deutsche Übersetzung können folgende Begriffe verwendet werden: Libero für den Fixo, Flügel für den Ala und Kreisläufer für den Pivot.

Im Futsal werden im Regelfall diese drei (vier mit TW) Positionsbezeichnungen verwendet.

Der Fixo

Der Fixo ist der Spieler, der die defensivste Einstellung auf dem Feld besitzt. In der 1-2-1 Raute besetzt er vorzugsweise die letzte Position vor dem Torhüter. Er ist der zentrale Aufbauspieler in der Dreierreihe im Angriff neben den beiden Ala. Es handelt sich meist um einen sehr beweglichen Spieler, der über sehr hohe technische Fertigkeiten am Ball verfügt. Den Fixo zeichnet ebenfalls ein gute Übersicht zum Aufbau des Spiels aus sowie eine stark ausgeprägte Organisationsfähigkeit. Die Anweisungen vom Fixo sind elementar in der Defensive, da er die beste Übersicht über das Spiel hat. Die notwenige Spielintelligenz wird auch benötigt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gerade in der Defensive wird der Fixo erfahrungsgemäß oft in Unterzahl einen gegnerischen Konter abwehren müssen. Anztipation, Erfahrung, Spielintelligenz und Entscheidungsfähigkeit stellen hierbei die wichtigsten Eigenschaften dar.

Bekannte Fixo: Jordi Torras, Sirilo, Kike, Neto

Der Ala

Der Ala stellt die beiden Flügelspiele im System der Raute dar. Diese Spieler müssen über eine hohe Fitness verfügen, da sie ständig in Bewegung sind. Die Ala sind sozusagen Arbeiter und Kreativposten in einer Person. Wie jede Position im Futsal ist eine hohe technische Fertigkeit von Vorteil. Die Spieler auf dem Ala können mit einem Dribbling im richtigen Moment Räume schaffen, um somit Angriffe in Überzahl einzuleiten. Die wohl wichtigste Aufgabe des Alas bleibt trotzdem die Bewegung ohne den Ball. Mit diesen freien Bewegungen schafft der Ala Platz und Räume für die Spielgestaltung. Ohne diese Bewegung ist ein Angriff im Futsal nahezu undenkbar.

Bekannte Ala: Bateria, Falcao, Saad, Lozano, Ricardinho

Der Pivot

Der Pivot darf auch im Futsal als der Stoßstürmer bezeichnet werden. Als Außenstehender lassen sich die Pivots häufig am schnellsten identifizieren, da es sich meistens um körperlich starke Spieler handelt, die ihren Körper zum Abschirmen des Balles einsetzen. Im Angriff ist er für den Abschluss der Angriffe zuständig, während es in der Defensive die Rolle des ersten Verteidigers einnimmt.

Die Fähigkeiten des Pivots lassen sich wie folgt beschreiben: Der Pivot muss den Ball unter Druck behaupten können. Oft spielt er mit dem Rücken zum Tor, um die Anspiele von seinen Mitspielern zu erhalten. Nach einem Anspiel kann der Pivot die individuelle Aktion zum Tor suchen oder den Ball für den heranstürmenden Mitspieler ablegen ( durch ein sogenannter Pivot-Pass mit der Sohle). Wie das aussehen kann, zeigt uns der wohl beste Pivot der Welt in diesem Video.

Bekannte Pivots: Fernandao, Wilde, Pula

Und jetzt seit ihr dran! Spielt ihr auch mit diesen Positionsbezeichnungen oder seit ihr selber einer der beschriebenen Spezialisten? Lasst es mir in den Kommentaren wissen!

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