Mister Futsal fragt Rainer Schreiber Fernandez

Er war unter den Auserwählten beim DFB-Lehrgang, doch trotz seiner Futsalerfahrung hat er es „noch“ nicht in den Kader für die deutsche Nationalmannschaft geschafft: Rainer Schreiber Fernandez. Wir haben ihn uns geschappt und ein paar Fragen zu seiner Person und dem Thema Futsaltorhüter in Deutschland gestellt.

Mister Futsal: Hallo Rainer. Vielen Dank, dass Du dir Zeit für ein kleines Interview mit Mister Futsal nimmst. Aufgrund deiner Futsal-Erfahrung hast Du sicherlich viel zu erzählen.

Beginnen wir mit etwas sehr Aktuellem. Heute wurde die offizielle Nominierungsliste für den DFB Lehrgang in Georgien und wahrscheinlich auch für das erste offizielle Länderspiel im Herbst bekannt gegeben. Leider sucht man Dich vergeblich auf dieser Liste. Warum bist Du nicht dabei?

Rainer Schreiber Fernandez: Ich weiß es nicht. Da musst du den Trainer fragen, aber ich vermute, dass die anderen drei besser sind. Ich muss das akzeptieren und mehr trainieren. 

Anhang 2MF: Das ist sicherlich sehr enttäuschend für Dich. Besonders, da Du ja bereits sehr früh mit dem Futsal spielen in Spanien angefangen und sogar im spanischen Seniorenbereich Erfahrung gesammelt, richtig?

RSF: Ja richtig. Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich, wie fast jeder andere Futsaler in der deutschen Futsal-Nationalmannschaft spielen möchte. Es ist und bleibt für mich ein Traum. Es ist auch richtig, dass ich in Spanien mehr als 15 Jahre Futsal gespielt habe. Aber das spielt jetzt hier und heute keine große Rolle.

MF: Trotz der vorzeitigen Ausselektion, wie sind deine Eindrücke von den Trainingseinheiten und der Stimmung im DFB-Futsal-Team?

RSF: Ich kann sagen, dass die Tage in Grünberg und Hennef die schönsten und aufregendsten in meiner bisherigen Futsalkarriere waren. Das Verhältnis zu Mitspielern, Trainern und Betreuern war ganz toll. Bei aller Ernsthaftigkeit hatten wir viel Spaß.

MF: Mit wem hast Du Dich bei den Lehrgängen am besten verstanden und welcher Feldspieler hat Dich am meisten überzeugt?

RSF: Erst mal mit Marc Arnold, meinem Mannschaftskamerad in Grünberg und Daniel Majdancevic , meinem Zimmerkollegen in Hennef. Überzeugt haben Spieler wie Nils Klems, Durim Elezi, Michael Mayer, Niclas Hoffmans, Timo di Giorgio…und als Torwart Pavlos Wiegels.

MF: Kommen wir nun noch ein wenig zu deiner Geschichte. Wann und warum bist Du nach Deutschland gekommen? Eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt Du ja, oder?

RSF: Ich bin im Jahr 2013 nach Deutschland gezogen. Ich war fertig mit meiner Ausbildung als Sport-monitor und habe Arbeit gesucht,  aber die Situation in Spanien war nicht so gut. Deswegen bin hierhergekommen, wo meine Eltern vorher ein Restaurant in Herbst 2012 eröffnen haben. Da arbeite ich bis jetzt als Kellner. Ja, weil mein Vater deutsch ist, habe ich automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit. 

Anhang 1MF: Wann hast Du dich dann hier einem deutschen Futsal-Verein angeschlossen?

RSF: Im September 2013, 4 Monaten nachdem ich nach Deutschland kam, habe ich mich der Mannschaft SV Darmstadt 98 Futsal angeschlossen, weil mein Cousin mit einem Spieler von der Mannschaft zusammen Fußball gespielt hat. Mit denen spiele ich bis jetzt. 

MF: Der Futsalländerpokal im Januar war ja auch dein „Sprungbrett“ in die Auswahllehrgänge des DFB. Wie hast Du das Turnier wahrgenommen?

RSF: Es war das dritte Mal, dass ich bei dem Turnier dabei war und jedes Jahr hat sich das Niveau gesteigert – sowohl bei der Organisation als auch bei den Mannschaften und Spielern. Das Einzige was meiner Meinung nach verbessert werden könnte, ist die Spielzeit. Ich glaube das 20 Minuten netto zu wenig sind, um einen wirklichen Unterschied zwischen einer Fußballmannschaft und einer 100% Futsalmannschaft zu sehen. 

MF: Da Du die Futsal-Torhüter-Schule in Spanien genossen hast, welche Unterschiede siehst Du zwischen der Ausbildung von Fußball- und Futsaltorhütern allgemein und welche Eigenschaften fehlen gerade deutschen Torhütern die von Fußball auf Futsal wechseln?

RSF: Ich denke, ein großer Unterschied ist, dass Ex-Fussballtorhüter mehr auf die Linie agieren. In der spanischen Futsaltorhüter-Schule spielen Torhüter 2 Meter vor dem Tor – dann kannst du einen größeren Raum abdecken. Außerdem bleibt der spanische Torhüter im 1 gegen 1 Situation lange breit stehen in Gegensatz zum Ex-Fussballtorhüter, der sich eher zum Boden wirf. Ich muss aber auch sagen, dass die Reaktionen von deutschen Futsaltorhütern viel besser als in Spanien sind. 

MF: Wie sieht eine klassische 30minütige „Rainer Schreiber Fernandez“-Torhüter-Trainingseinheit aus?

RSF: Selbstverständlich erst aufwärmen.  Dann konzentriere ich mich überwiegend mit dem Herauslaufen und lange breitmachen und stehen bleiben im „La Cruz“(„Das Kreuz“= ein Bein angewinkelt und das andere mit den Knie auf den Boden; die Brust und die Arme breit und gerade/angewinkelt). Ein weiteres Trainingsziel ist die schnelle Reaktion mit den Beinen zum zweiten Pfosten, wo viele Toren fallen.

Anhang 3MF: Hast Du schon ein paar lernwillige Torhüter in deinem Umfeld gefunden, welchen Du deine Erfahrungen weitergeben konntest?

RSF: Ja, Thorsten Eis, der mit mir in Darmstadt spielt, hat sich seit 2 Jahre stark verbessert. Auch im Lehrgang in Grünberg konnte ich mit den anderen und ein bisschen mit Christian Wölfelschneider trainieren, mit dem ich mich danach auch noch einmal zum Training in Mainz getroffen habe. 

MF: Welche Futsal-Keeper hast Du als Vorbild?

RSF: Viele kennen Ihn nicht, aber Vorbild für mich ist Luis Amado – Torhüter von Inter Movistar und für viele Leute der beste Torhüter der Geschichte. Auch Paco Sedano aus Spanien, Alen Mordej aus Slowenien und Gabriel Miraglia aus Italien.

MF: Wo siehst Du den deutschen Futsal und besonders die deutsche Futsal-Torhüter-Schule in 5 Jahren?

RSF: Erstes sehe ich die Futsalnationalmannschaft im mittleren Niveau im Vergleich mit den größeren Futsalnationen. In Deutschland glaube ich, werden wir eine Bundesliga und mehrern Regionalligen haben, d.h. viele Mannschaften und Futsal ist dann bekannt in Deutschland. Aber um das zu erreichen, brauchen wir eine gute Jugendarbeit (ab 9-10 Jahre alt oder früher) und ein funktionierendes Sponsoring.  Ich glaube in 5 Jahren werden wir viele reine Futsaltorhüter haben die nicht aus dem Fußball kommen bzw. nur Futsal spielen und in noch zu gründenden Futsaltrainingslehrgängen  mit guten und erfahrener Futsaltorhütern ausgebildet werden.

MF: Wir danken Dir für deine Antworten und wünschen Dir natürlich noch die zukünftige Nominierung für die DFB-Fünf.

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