Erste Eindrücke vom Landesauswahlturnier – Topspiele im Bericht aus Halle A

Das Landesauswahlturnier hat begonnen und wir möchten alle Futsalenthusiasten auch in diesem Jahr unsere Eindrücke vom Turnier schildern. Dieses Jahr wählen wir doch einen anderen weg. Wir konzentrieren uns auf einzelne Spiele, die wir euch dann etwas ausführlicher aufbereitet hier präsentieren. Unsere Auswahl für den ersten Spieltag: Hamburg gegen Westfalen und Südwest gegen Mittelrhein.

Halle A: Hamburg 2 – Westfalen 2

Das Eröffnungsspiel des diesjährigen Landeauswahlturniers bescherte uns mit der Partie zwischen den letztjährigen Finalisten Hamburg und Westfalen ein wahres Topspiel zum Auftakt des Turniers. Die beiden Topfavoriten lieferten sich in de ersten Partie ein starkes Duell, dessen Spielverlauf einige taktische Überraschungen und Besonderheiten bereithielt.

Die Ausrichtung der Hamburger wurde schnell klar. Mit einem hohen Pressing wollten die Hamburg ihre körperlich starken Spieler in ein direktes Duell mit den westfälischen Futsalern schicken. Westfalen hatte ebenfalls einen Plan für die Hamburger Fitness überlegt. Von Anfang an spielten diese im Flying Goalkeeper. Über Nils Klems, Rüschenpöhler und Mota als Flying Goalkeeper ließen die Westfalen den Ball in einer Dreierlinie laufen. Zu Beginn warteten Nebgen und Jurado Garcia als Breitengeber in der Tiefe, um die Hamburger weit weg vom Ball zu halten. Durch den Flying ließen die ersten Chancen ein paar Minuten auf sich warten. Bei Hamburger Ballbesitz zeigte sich schnell deren eigentliche Stärke und Ausrichtung im Offensivspiel. Über eine breite Staffelung im 3-1 versuchten sie ihre dribbelstarken Spieler wie Meyer, Yasar, Suntic und Mokkadem auf den Ala´s in Abschlusspositionen zu bekommen. So konnte sich Ali Yasar zum Beispiel in der fünften Minute auf dem Ala durchsetzen und scheiterte nur knapp im 1gg1 am Torhüter.

Nach ungefähr sieben gespielten Minuten erhielten die Hamburger etwas mehr Zugriff auf das Fyling Goalkeeperspiel der Westfalen. Ein schnelleres Herausrücken beim Passspiel der Westfalen führte zu gefährlichen 1gg1 Situationen. Trainer Wendelin Kemper reagierte mit einem Time Out und einer anschließend kurzfristigen Umstellung des Fyling Goalkeeper auf ein 4-1 mit zentralem Pivot. Das Spiel beruhigt sich und Westfalen kam über Nils Klems zu Chancen, der immer wieder beim Flying auf der rechten Seite gesucht wurde, um zum Torabschluß zu kommen.

Das erste Tor erzielten die Westfalen dann jedoch überraschenderweise durch einen Konter. Nach einer Balleroberung in der Nähe der Mittellinie wurde Nils Klems in die Tiefe geschickt, der den Ball vom Ala quer vom Tor legte, wo Jurado Garcia zum 1:0 abschloss. Das Tor lieferte den Weckruf für die Hamburger, die einerseits den Druck im Pressing durch eine individuelle Manndeckung noch mehr erhöhten und schneller den direkten Abschluss suchten. Nach einem unnachahmlichen Dribbling von Suntic konnte Witalij Wilhelm den Ausgleich erzielen und keine Minute später erzielten die Hamburger nach einem Fehler des westfälischen Schlussmannes das 1:2.

Der Rückstand änderte nichts an der Ausrichtung der Westfalen, die weiter auf den Flying Goalkeeper setzen. Auf beiden Seiten häuften sich im Verlauf des Spiels dann die Torabschlüsse. Suntic vergab für Hamburg, während sich Dennis Pahl drei Mal am zweiten Pfosten perfekt positioniert hatte, um dann knapp den Torerfolg zu verpassen. Hamburg schien immer mehr Herr der Partie zu werden, doch durch den Rückstand spielten die Westfalen ihr Fyling Goalkeeper mit etwas mehr Risiko und belohnten sich mit einem Kopfballtor kurz vor dem Abpfiff. Einen hohen Ball in Richtung Tor fälschte Garcia Jurado kurz dem vor dem Torhüter Dudek ab, um eine Abwehr unmöglich zu machen.

Insgesamt kann das Unentschieden als ein gerechtes Ergebnis werten. Hamburg überraschte mit einer sehr aggressiven Abwehrarbeit. Westfalen nutzte alle taktischen Register, um die Hamburger lange in Schach zu halten. Beide Teams werden sicherlich eine wichtige Rolle im Turnier spielen.

Halle A: Südwest 1 – 2 Mittelrhein

Der Beginn zwischen den beiden möglichen Geheimfavoriten auf den Titel begann verhalten. Beide Teams erwarteten den Gegner jeweils Tief, doch Mittelrhein versuchte schnell das Heft in die Hand zu nehmen. Mittelrhein zeigte dabei sofort eine sehr starke Spielanlage. Im 3-1 mit teilweise falschem Pivot auf dem Ala versuchten die Spieler den starken Verbund von Südwest zu durchbrechen. Dabei zeigte Südwest eine sehr strukturierte raumorientierten Abwehrarbeit mit einer guten Staffelung. Extrem gefährlich zeigten sich der Mittelrhein über die Bewegungen von Carlos Blasco (2) und John Rausch (11), die oft zwischen den Linien agierten.

Die wenigen Chancen, die sich Südwest zu Beginn erarbeiten konnte, waren dann sehr gefährlich. So nutzte Sudwest eine Unaufmerksamkeit von Mittelrhein bei einem Einkick gut 10 Meter vor dem Tor in der zehnten Spielminute zum 1:0. Milot Berisha nutze den sich kurz öffnenden Raum zur Führung. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten. John Rausch verwertete ein hohes Anspiel mit dem Rücken zum Tor zum schnellen Ausgleich.

Mittelrhein zeigte sich weiter unbeeindruckt und versuchte mit viel Bewegung im Offensivspiel weiter Lücken in den Verbund der Gegner zu reißen. Die Rotationen im 3-1 System funktioniert teilweise fantastisch, obwohl der letzte Pass oftmals auf sich warten ließ. Die Offensivbemührungen der Auswahl von Südwest attackierten die Mittelrheiner durch sehr intelligente Pressingaktionen wie zum Beispiel von Fabian Schmitz (8). Ab der 14. Spielminuten agierten die Spieler vom Verband Südwest offensiver. Nico Pantano (10) und Rami Zein (7) versuchten durch Dribblings mehr Chancen herauszuspielen. Doch die Torhüter auf beiden Seiten waren jeweils auf der Höhe.

Kurz vor Schluss setzte Mittelrhein auf den Flying Goalkeeper. Dieser taktische Schachzug wirkte jedoch nicht perfekt eingespielt. So konnte Nico Pantano (10) zweifach den Ball erobern, allerdings verpasst er den schnellen Abschluss zu suchen. Die Szene der Partie ereignete sich in der letzten Spielsekunde. Mit dem Ton der Schlusssirene konnte Mittelrhein den Ball in das Tor bringen. Die Frage: Tor oder nicht? Wir wollen uns hier nicht festlegen, die Situation ist einfach zu schwer zu bewerten. Wichtig ist nur die Regelauslegung: Solange die Sirene noch zu hören ist, ist das Spiel nicht beendet. Ärgerlich für Südwest, glücklich und auch nicht unverdient für die tüchtige Mannschaft aus dem Mittelrhein. Beide Teams werden sicherlich eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf des Turniers spielen.

 

 

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