Mister Futsal fragt … Nils Klems

MF. Hoffentlich ist dieser Beitrag einer von vielen in der neuen Reihe „Mister Futsal fragt…“. Um unsere kleine Futsalszene noch besser zu verbinden und untereinander bekannt zu machen, werden wir bei Mister Futsal die wichtigsten Persönlichkeiten im deutschen Futsal zum Interview bitten.

Den Anfang macht Nils Klems, eine der wohl spannensten Futsalpersönlichkeiten dieses Jahres. Also „Mister Futsal fragt … Mister Futsal?!“ So kann man es wohl treffend formulieren, denn auch Nils hat sich in seiner Umgebung den Spitznamen Mitster Futsal durch seine unglaubliche Faszination für unseren Sport erarbeitet. Nils ist aktuell Spielertrainer bei den Holzpfosten aus Schwerte, die vor kurzem erst im Finale des DFB Futsal Cup an NAFI Stuttgart gescheitert sind. Doch unvergessen sind die phantastischen Fans aus Schwerte, die ihren Verein in jedem Spiel eindrucksvoll nach vorne gepeitscht haben. Jetzt stand Nils für uns Rede und Antwort.

Nils Klems Steckbrief

Mister Futsal: Hallo Nils. Vielen Dank für die Möglichkeit, dich in der neuen Reihe „Mister Futsal fragt..“ als erste Futsalpersönlichkeit ein Interview führen zu dürfen. Wer sonst außer „Mister Futsal“ bietet sich dafür an?  Am Besten starten wir direkt durch! Wie bist du zum Futsal gekommen?

Nils Klems: Hallo Mister Futsal. Ich habe Futsal auf Eurosport gesehen und war total begeistert. Als leidenschaftlicher Hallenfussballspieler wollte ich auch Futsal spielen. Deshalb haben wir bei uns im Verein eine Abteilung gegründet, uns direkt bei dem Verband nach einer Liga erkundigt und sofort in der Verbandsliga Westfalen (FLVW-Liga) angemeldet.

MF: Wo spielst du aktuell und wie oft trainiert ihr?

NK: Ich spiele bei Holzpfosten Schwerte. Da wir noch viele Feld-Fußballer haben trainieren wir bislang „nur“ einmal die Woche.

MF: Was sind deine Ziele beim Futsal? Sowohl deine persönlichen Ziele, als auch mit deiner Mannschaft?

NK: Wir wollen als Team an die Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen und wieder um den DFB Futsal Cup mitspielen. Der Titel mit Holzpfosten wäre für uns als Team sicher das aller Größte. Mein persönlicher Traum ist es, einmal für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen zu dürfen. Bei der Studentennationalmannschaft habe ich Blut geleckt. (lacht)

MF: Das hoffen wir wohl alle gemeinsam. Lass uns ein bisschen über Taktik reden. 4.0, 3-1 oder 2-2?

NK: Wir spielen meistens im 3-1 System, deshalb sage ich: 3-1. Hätten wir uns taktisch als Team nicht so weiterentwickelt, wären wir sicher nicht bis ins Finale des DFB Futsal Cups gekommen. Für mich zeichnet sich der Futsal vor allem durch Taktik und Technik aus, daher ist Taktik für mich extrem wichtig.

MF: Welche ist deine typische Futsaltechnik?

NK: Ganz klar die Pike. Seit ich Futsal spiele ist die Pike einfach mein Lieblingsschuss. Leider muss ich bei der Pike inzwischen aber auch immer an das entscheidende Gegentor zum 3:4 im Finale gegen Stuttgart denken… Allerdings ist die Sohle wohl die wichtigere Futsaltechnik, die jeder Spieler beherrschen sollte.

MF: Wie sieht es mit internationalen Futsal aus? Verfolgst du andere Ligen im Ausland?

NK: Ehrlich gesagt, eher nicht so sehr. Der nationale Futsal interessiert mich einfach viel mehr. Da schaue ich schon oft nach den Ständen anderer Ligen wie Hamburg oder Berlin. Wenn allerdings WM oder EM ist, versuche ich natürlich mir möglichst viel anzuschauen.

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MF: Welchen Futsalschuh trägst du?

NK: Ich bin da nicht so wählerisch. Ich trage einen Adidas Hallenschuh (11Nova).

MF: Lass uns nun ein bisschen über den Futsal in Deutschland reden. Wie kennen alle die aktuelle Lage. Doch was muss sich deiner Meinung nach in Deutschland ereignen, damit sich der Futsal weiter entwickelt?

NK: Meiner Meinung hat sich in Deutschland in den letzten zwei Jahren einiges in die richtige Richtung entwickelt.  Drei große Ziele sollten meines Erachtens verfolgt werden, damit der Futsal sich auch in Zukunft entscheidend weiterentwickelt:
1. Ein bundesweit flächendeckender Spielbetrieb mit gleichen Wettbewerbsbedingungen auf deutschem Topniveau für alle Regionen. Beispielsweise durch das Installieren von Regionalligen. Ich halte es für bedenklich, wenn sich Teams teilweise über eine Meisterschaft oder andererseits über Turniere zum DFB Futsal Cup qualifizieren können. 2. Stärkung der Basis durch ein größeres Angebot an Turnieren und nach Möglichkeit auch Ligen. 3. Ansporn für Aktive durch Auswahlmannschaften und eine Nationalmannschaft. Da neben sollten sicher auch weitere Punkte wie bspw. Trainer- und Schiedsrichterausbildung gefördert werden.

MF: Das hört sich schon nach einem klaren Plan an. Wie gehst du mit den Vorurteilen gegen den Futsal in Deutschland um? Stört es dich oder gibt es keine?

NK: Leider gibt es einige Skeptiker, die sich vor Veränderungen sträuben und im Futsal eine Konkurrenz zum Fußball sehen. Grundsätzlich versuche ich die Skeptiker und Unentschlossenen davon zu überzeugen, dass es sich beim Futsal ganz einfach um Hallenfußball handelt. Die Vorteile des kontrollierten Fußballspiels sind dann ganz einfach durch die Rahmenbedingungen wie dem sprungreduziertem Ball und der fehlenden Bande gegeben. Ich sehe Futsal auch eher als Erweiterung zum Feldfußball anstatt als Konkurrenz. Bei uns zum Beispiel spielen die meisten Spieler sowohl draußen als auch in der Halle. Sicher profitieren sie für beide Varianten auch von der jeweils anderen.

MF: Und wie stehen die Chancen für den Futsal in Deutschland?

NK: Bei einer fußballbegeisterten Nation, wie sie Deutschland ist, sehe ich gute Chancen für die Entwicklung des Futsals. Solange der DFB hinter dem Futsal steht, und seine formulierten Vorhaben – wie etwa die Gründung einer Nationalmannschaft – umsetzt, wird sich der Futsal mittelfristig als einzige Hallenfußballvariante in Deutschland durchsetzen.

MF: Was tust du, um den Futsal bekannter zu machen?

NK: In erster Linie spiele ich natürlich. Aufgrund meiner Begeisterung für den Sport, versuche ich Futsal bei uns im Verein noch weiter voranzutreiben, bspw. überlegen wir momentan ein Damenteam zu gründen.  Bei unseren Spielen versuchen wir immer, den Zuschauern ein Event zu bieten. Wir wollen erreichen, dass die Leute gerne zum Futsal kommen, was uns bisher auch ganz gut gelungen ist. Darüber hinaus habe ich bereits einige Kurzschulungen zum Thema Futsal an Schulen und für Fußballtrainer gehalten.

MF: Zum Abschluß: Du erhältst morgen einen Termin beim DFB-Präsidenten Niersbach. Was würdest du dir für den deutschen Futsal wünschen?

NK: Ich würde mir natürlich die Gründung einer Nationalmannschaft wünschen.

MF: Dann drücken wir die Daumen, dass du einen Termin bekommst. Vielen Dank, Nils!

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